Review

Vom Cover und der Inhaltsangabe getäuscht, habe ich mir "Calvaire" ausgeliehen. Ich möchte jetzt nicht sagen, belgische Filme haben mich schon immer entäuscht ("Rabid Grannies"), ich kenne nur zwei. Aber was Drehbuchautor und Regisseur einem hier zumuten kann nur als Mist definiert werden. Fangen wir mal an: Der tingelnde Schlagersänger weckt erotische Gefühle bei Altenheimbewohnerinnen und auch der (jüngeren) Leiterin, zumindest bei ihr würde jeder normale Mensch zugreifen. Der Hauptdarsteller ist aber wohl narzistisch und verklemmt. Eine der wenigen besten Szenen ist, wie er in den Nebel fährt, sich verfährt (mit einem Steinzeit-Handy keine Verbindung bekommt) und der erste Verrückte an seine Scheibe klopft. Es kommt, wie es kommen muß: Der Herbergsbesitzer ist verrückt, der Hund-Suchende auch, die Dorfbewohner (wo ist das Dorf) betreiben Sodomie mit Schweinen und sind auch noch total irre. Die beste Szene ist der Tanz in der Bar, diese bleibt im Gedächtnis. Der Plot ist wohl, daß so ziemlich jeder mit der entflohenen Frau Bartels "rumgemacht" hat. Warum ein Mann, halb kahlgeschoren, seinen Körper in ein Kleid gepackt, von Bartel vergewaltigt (zum Glück nur angedeutet) für die Dorfbewohner ebenfalls die Verflossene ist und (etwas härter) fast vergewaltigt wird erschließt sich mir nicht.
Der Regisseur mag seinen Film für ein Kunstwerk halten (Making of), ich finde, ab dem klar ist, daß alle verrückt sind, kommt die große Langeweile und das Unverständnis.

Pseudo-Bunuél und TCM.
Kein "Sicko", nur dumm.

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