LA VISTA DEL VICIO ist ein sehr seltener Film von José Ramón Larraz. Sein atmosphärischer und erotischer VAMPYRES ist mit Sicherheit sein bekanntester Film.
Wenn zum Beispiel Jess Franco bei THE COMING OF SIN Regie geführt hätte, wäre daraus vermutlich ein langweiliger Softporno geworden. Aber José Ramón Larraz kann man nur teilweise mit Franco zu vergleichen.
Die Story ist definitiv nicht besonders interessant:
Eine Zigeunerin begegnet einer hübschen Künstlerin. Sie nimmt sie mit in ihr entlegenes Haus, wo sich die beiden dann bald einmal auch sexuell näher kommen. Die Zigeunerin hat immer wieder seltsame Träume. Darin kommt ein splitternackter Mann vor, der auf einem Pferd reitet. Plötzlich wird der Traum Wirklichkeit...
So öde der Filminhalt auch ist; einige ungewöhnliche und teilweise atmosphärische Aufnahmen sowie einzelne ziemlich erotische Filmpassagen sind durchaus sehenswert. Besonders einige der Traumsequenzen haben mir gut gefallen. In einer unvergesslichen Szene sieht man ein Pferd aus Gold, ein Teil der linken Körperseite ist offen. In seinem Bauch kniet eine nackte Frau. Interessant!
Ziemlich überraschend ist, dass die sehr seltene Uncut-Fassung dieses Films einige Hardcore-Sexszenen bietet. So wird eine Vergewaltigung - übrigens die einzige "krasse" Szene des gesamten Films - erstaunlich grafisch dargestellt.
Die Darsteller in VIOLATION OF THE BITCH (um den unglaublichen englischen Alternativtitel auch noch zu verwenden) waren allesamt Laien. Hm, diese Aussage stimmt ja gar nicht! Der tierische Hauptdarsteller, ein schwarzes Pferd, spielte davor schon in etlichen anderen Filmen mit.
Es erstaunt auf jeden Fall nicht, dass sich Regisseur Larraz angeblich während den Dreharbeiten spontan dazu entschieden hat, auf die meisten Dialogpassagen zu verzichten...
Ein "spezieller" Film der, trotz diversen Schwächen, zumindest den Fans von José Ramón Larraz gefallen dürfte.
6,5 Punkte