Review

Oh Mann, was hat mich bloß zu dieser Oktober-Competition stoßen lassen, nach der ich mir zum goldenen Herbst versuche, täglich einen (eher unbekannten) Grusler einzupfeifen?
Jetzt sitze ich hier und schreibe reihenweise Verrisse und verstehe langsam, warum so einige Film sowohl vergessen wie auch frei verfügbar sind, sobald sich ein Lebensmüder herablässt, diese Schinken als VHS-Rip in Youtube hochzuladen.

Einer der schlimmsten aus der abgründigen Slashergrube ist „Island of Blood“ aka „Scared Alive“ aka „Whodunit?“ – bei gleich drei Titeln ahnt man schon, dass da niemand großartige Kreativität hat walten lassen. Rausgekommen ist diese Melange aus erwartungsgemäßer Metzelei und Krimi-Versatzstücken, die eindeutig vom Autor bei Dame Agatha Christies „Ten Little Indians“ durchgepaust wurden, anno 1982, als man noch mit jedem Kack und einem Tetrapack Blood in der nächsten Videothek das große Ding landen konnte.

Das vorliegende 82minütige Schlafmittel, welches sich vor allem durch wunderbar unübersichtliche und unterbelichtete Nachtszenen auszeichnet, erzählt die garantiert noch nie dagewesene Story einer Filmproduktion, die eine Art Motivationsfilm drehen will, hauptsächlich mit relativ unbekannten und (ich sags gleich) unbegabten Darstellern. Der Regisseur ist ein kleiner Klemmie, der bei einer Dame des Casts ganz dolle Stielaugen bekommt, auch wenn die wie ein Stück angeschwemmtes Totholz spielt. Das Dumme ist, hier spielen alle so, sei es nun mangels Talent oder weil das wohl rollenintern so gewollt war.

Zum Zwecke der Vorprobe werden die 8-12 (ist wirklich total egal) Leutchen auf einer einsamen Insel vor der Küste ausgekippt, wo eine verlassene Schule steht, damit man handelsüblich durch Korridore, Hallen und Keller streichen darf. Nachdem in einer Pre-Title-Sequenz eine Holde am Swimming Pool erschossen wird (ich hab bis zum Schluss nicht verstanden, was das mit dem Restfilm zu tun hatte), dauert es nicht lange und der erste Depp kocht sich im überheizten Jacuzi selbst zu Tode. Sein Todeskampf ist übrigens auch hübsch, weniger Totholz, mehr Muppetshow.

Alsbald fallen sie alle wie die Fliegen, nachdem sich der Kapitän des EINZIGEN Bootes und Koch in Personalunion lustig unbeliebt machen darf und anschließend mit dem Produzenten auf der Rettungsfahrt in die Luft gesprengt wird. Mein Lieblingstod ist der mit der Batteriesäure in der Dusche, aber meistens sieht man nicht genug oder die wirklich wunderbar inkompetenten Filmemacher versauten sogar die Todesszenen, indem man die Wirkung nicht zeigt oder so klasse Kamerawinkel gewählt werden, dass man sich das Meiste zusammenraten muss.

Die wenigen Figuren, die man wirklich ertragen kann, müssen übrigens leider alle sterben, aber was will man erwarten von einer Produktion, deren eine Darstellerin sich bei Drehstart den Fuß brach und das Krückenmaleur einfach mal in den Film eingearbeitet wurde. Irgendwann sind es nur noch Einzelne und dann kommt noch ein Höhö-Twist, den man besser gleich vergessen will.
Wer will, darf sich den Slasherkrimi gern mal geben, erwarte aber bitte keine große Spannungskurve, denn ich hab mich eben gerade dabei erwischt, mir das Ende noch mal anzusehen, da ich glatt vergessen hatte, welcher Spacko am Ende eigentlich der Täter war.
Nein, davon brauchen wir wirklich keine DVD/BR – da genügt die stark geschnittene (warum eigentlich?) deutsche VHS. (2/10)

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