Offizielles, von Autor und Produzent Oscar Williams diesmal auch gedrehtes, völlig unzureichendes Sequel zu dessen Entwicklung Black Belt Jones - Freie Fahrt ins Jenseits (1974), einem großen Kassenerfolg, dass anders als die weiteren Filme mit Hauptdarsteller Jim Kelly und anders als die bloß dem Titel nach maskierte 'Fortführung' Black Belt Jones 2 - Die Bruderschaft des Roten Drachen (1978) im Grunde so gut wie unbekannt und selbst den Wissenden auch gar nicht beliebt ist. Williams, der das schwarze Kino ab den frühen Siebzigern mitentscheidend geprägt und in mehrerlei Ebenen des Filmemachens und in mehrerlei Genres auch beeinflusst und vorangetrieben hat, spricht von dem Film selber nicht in aller Ausführlichkeit; wobei das sogenannte 'Blaxploitation' in Sachen Aufbau von Filmreihen trotz oftmals vielversprechenden Starts überhaupt vermehrt Schwierigkeiten hatte und zumeist bei Teil Zwei schon wieder Schluss und entweder das zeitlich kurze Momentum (1971-1974 ca.) verpasst oder anderweitig das Publikum nicht angesprochen oder verprellt:
Als der Klein-Diktator Carter Rangoon [ Sam Hiona ] mit June Dunbar [ Judith Brown ] die Tochter eines amerikanischen Senators entführt und nach Chang Lan verschleppt hat, entsendet Uncle Sam mit Black Belt Jones [ Jim Kelly ] ihren besten Mann; allerdings an der Seite seines leicht geldgierigen Freundes Johnny Chicago [ Geoffrey Binney ] und des verfressenen Leonardo Pizzarelli, Spitzname 'White Rhino' [ George Memmoli ] sowie unter Aufsicht der lokalen Detective Sgt. Pamala Varaje [ Irene Tsu ]. Das ungleiche Quartett kann nach Anfangsschwierigkeiten zwar tatsächlich die Frau befreien, wird allerdings von einem kampfsporterprobten Trupp verfolgt und stößt auch bald auf Merkwürdigkeiten.
War der Vorgänger nur von Warner Bros. distribuiert, so wird diese Variante hier komplett von dem Hollywoodstudio, unter Aufsicht von Fred Weintraub produziert. Qualitätskontrolle während der Dreharbeiten oder auch eine halbwegs vernünftige Finanzierung ist dabei wohl eher locker genommen worden im Angesicht bzw. im Glauben auf einen sicheren Hit, sieht man nämlich recht schnell, dass das billigst wirkende Derivat von Film so wie gemacht und so wie erzählt nicht funktionieren kann und halt auch nicht und das sogar in keinster Art und Weise funktioniert. Jenseits von Gut und Böse gehalten, inhaltlich auch gar nicht richtig in der Welt, das einzig Interessante ist auch nur die Titelsequenz, bei der auf einer militär- politischen Weltkarte eine Menge Stars-and-Stripes gegen die Flagge der Volksrepublik China ausgetauscht werden und dieses beinah 40 Jahre vorausschauend in die nahe Zukunft ist.
Der ganze öde Rest ist auch anders als Vorgänger noch 'Nachfolger' weder modern (es wird wie in der Vorzeit mit Sperren, Schwertern, oder eben den Fäusten gekämpft, bei der Befreiung einer Diplomatentochter wohlgemerkt) noch global (die abgegraste Pampaszenerie mit Eingeborenen als Zuschauer); aufgezogen als Art vorsintflutlicher Abenteuerkomödie, mehr auf Humor bedacht als auf Thrill und auch eher international angesprochen als bspw. auf das einheimische (oder gar afroamerikanische) Actionpublikum bezogen, wird schon in den ersten Minuten mit viel Larifari, mehr oder minder interessanten exotischen Reise- und Touristikmotiven, einer stets verarmt und alles andere als einladenden wirkenden Flora und Fauna, und Haudraufkomik der simplen und gleichzeitig suboptimalen Komik gequält. Selbst der steife Kelly ist hier und das angesichts eigentlich einer Krisensituation mit akuter Gefahr für Leib und Leben auf happy-go-lucky und dumb fun eingestellt und hat dazu noch zwei Partner, von denen einer, ein Zachi-Noy-Verschnitt mit ordentlich Stampfern und weißen Schmerbauch gerade einen Fresswettbewerb gewonnen hat und auch so aussieht, und der Andere zwar etwas besser kämpfen kann, aber geistig auch ungefähr dieses Niveau hält.
Warum man hier vermehrt auf direkten Slapstick, einen deutlichen Comicanstrich und körperliche Albernheiten setzt: man weiß es nicht. Tatsache ist nur, dass die Figuren die Situation nicht ernst nehmen, der Zuschauer dann erst recht nicht, und schon die (vermeintliche) Befreiungsaktion eigentlich eine reine Parodie, eine Kung Pow Einlage ist. Ab und an (d. h.: genau ein mal) trifft einer der vielen, oftmals visuell unterstützten Gags auch tatsächlich ihr Ziel und wird die Situation geschickt überhöht – Johnny Chicago bricht mitten im Ausbruch seinen Kampf ab, weil einer der Gegner aus Versehen auf seinen Lieblingshut getreten und ihn platt gemacht hat, und geht zu jedem seiner (eigentlich auch im Kampf befindlichen) Mitstreiter, um sich lauthals drüber zu beschweren – ; die meisten Darbietungen sind aber äußerst flach, um mal bei diesem Bild zu bleiben und teils auch anstrengend bis nervig konstruiert.
Zudem funktionieren auch die weiteren Kampfeinlagen noch im Verlaufe des bald reichlich zähen Geschehens nicht und sind eher ein Beispiel dessen, wie man es überhaupt nicht machen sollte und wo es schnell eher ein Ärgernis als die positive Aufregung für den Zuschauer ist. Äußerst langsame, einfallslose 'Bewegungen', die man als Kind vielleicht zum Posen vor dem Spiegel üben konnte, wechseln sich mit ödem Fratzengeballer und dies in Dauerrotation mit harmlosesten Stunts der angeheuerten Schergentruppe (um immerhin Leute wie Lam Ching-yin, Yuen Biao, Eric Tsang, Billy Chan Wu-ngai etc.) ab; eine vollkommene Ahnungslosigkeit nicht bloß von Martial Arts bzw. einer Choreografie dessen, sondern einer Actionregie an sich. Was der Titel bedeuten soll, weiß letztlich auch kein Mensch; wie bei einer heißen Kartoffel gilt aber auch hierbei die Faustregel: höchstens mit der Kneifzange anfassen, oder gleich gar nicht.