Das ein Jahr zuvor entstandene Original war nicht nur ein riesiger kommerzieller Erfolg, sondern auch ein Meilenstein und Mitbegründer des beliebten Genres Slasher. Das Sequel bietet im Grunde genommen kaum eigene Innovationen. Es wird mehr gemordet und Jason selbst darf zum ersten Mal die Machete schwingen. Noch nicht mit der bekannten Hockey-Maske, sondern hier trägt er noch einen Sack über dem Kopf. Regisseur Steve Miner (Warlock - Satans Sohn, House) inszeniert ein ordentliches Debüt, schließlich gehört sein "Freitag der 13. Teil 2" zu den ersten Slashern überhaupt. Das heute allen bekannte Konzept war noch nicht ausgebeutet und überfrachtet, doch kurz darauf und überhaupt in den 80er Jahren, herrschte eine richtige Slasher-Manie.
Das Massaker in Camp "Crystal Lake" liegt nun fünf Jahre zurück, Paul Holt (John Furey) und seine Freundin Ginny Field (Amy Steel) wagen es wieder ein Sommercamp zu eröffnen. Doch es gilt einige Vorbereitungen zu treffen, welche einige jugendliche Betreuer noch durchführen müssen. Aber plötzlich beginnt erneut eine bestialische Mordserie, doch wer hat hier seine Finger im Spiel? Im abgelegenen Camp beginnt ein Kampf ums Überleben.
Rund eine Million Dollar ließ man sich das Sequel kosten, ein Erfolg war dank des starken Originals eigentlich garantiert. "Freitag der 13. Teil 2" ist ein durchgehend altmodischer Slasher, der es in der ersten Halbzeit etwas zu ruhig angehen lässt. Besonders den ersten Mord bereitet Miner extrem lang vor, auch sehen wir in einigen Rückblenden noch, was am Ende vom Original passierte. Schließlich wird kurz darauf die einzige Überlebende des ersten Massakers gekillt und nach zwölf Minuten kommt endlich die Titelmelodie. Den Score übernahm abermals Harry Manfredini, den Großteil seiner Kompositionen entnimmt er einfach dem Original, nur weniger Sounds sind neu. Dennoch ist das Sequel prima untermalt.
Mit den Charakteren war das damals schon so eine Sache, Ginny hat sich schnell als Überlebende etabliert, das restliche Gefolge wird geopfert. Aber die jungen Erwachsenen benehmen sich hier noch nicht so ausgelassen und kommen wesentlich angenehmer daher, als in zukünftigen Slashern. Aber in der ersten Halbzeit stottert der Motor ein wenig, denn Morde sind rar, genauso wie spannende Sequenzen. Doch besser spät als nie kommt auch das Sequel in die Gänge und hier zieht Miner alle Register. Das beginnt bei der bedrohlichen Kulisse, verstärkt wird dieser Effekt durch ein Unwetter.
Das idyllische Camp entwickelt sich zu einem Schauplatz vieler Morde, die Miner sehr abwechslungsreich gestaltet. Ob mit einem Eispickel, einem Speer, Stacheldraht, oder der beliebten Machete, Jason fertigt seine Opfer mit mehreren Waffen ab, aus heutiger Sicht ist das Treiben eher harmlos, dennoch sind einige blutige Momente zu erhaschen. Noch viel besser ist Miners Vorbereitung. Während er es beim Mord im Auftakt etwas übertreibt, so ist sein Timing sonst ideal. Gruselig ist die Chose allemal, manchmal kommen die Morde sogar schön plötzlich. Auch hält er uns den Killer so lange wie möglich vor, obwohl man eigentlich von Anfang an weiß, wer hier mordet. Auch Jasons entstellte Fratze gibt es im langen Finale zu sehen, die Qualität der Maske und Effekte sind für die damalige Zeit hervorragend.
Auf die Darsteller hingegen wurde nicht so viel Wert gelegt, für einen Slasher sind sie allerdings ordentlich. WIe im Erstling griff man besonders um unbekannte Gesichter zurück, so bleiben die Kosten möglichst gering. Für Hauptdarstellerin Amy Steel (Die Horror-Party, Gefährliches Dreieck) trotzdem der Auftakt zu einer passablen Karriere.
Einer der ersten Filme, die das mittlerweile gängige, aber überaus erfolgreiche Slasherkonzept verwendeten. Vorhersehbar, kaum innovativ, aber trotzdem wirksam in Szene gesetzt. "Freitag der 13. Teil 2" braucht seine Zeit um in die Pötte zu kommen, legt dann aber gut los und bietet neben ein paar blutigen Morden auch nostalgischen Grusel. Ein sympathisches Sequel mit eher durchschnittlichen Darstellern.