Hatte ich zuvor bereits „Jason Goes To Hell – The Final Friday“ und „Jason X“ gesehen, so war „Freitag, der 13te Teil 2“ der erste traditionelle Film der Serie.
Der Anfang ist auch wirklich beeindruckend. Minutenlang irrt die Heldin der ersten Teils durch ihr Haus, bis Jason sie dann killt. Dabei werden für Leute wie mich, die den ersten Teil nicht kennen, noch mal einige Schlüsselstellen wiederholt, damit den Film auch kapiert. Diese erste Sequenz ist auch wirklich fantastisch gemacht, da Regisseur Steve Miner eine unglaubliche Spannung und geniale Schockeffekte erzeugt (gegen diese Cat Attack stinkt auch „Alien“ ab). Auch vom Mörder bekommen wir nur die Hände zu sehen.
Der Rest des Films hingegen ist weniger sehenswert: Einige dumme Teens fahren an den Crystal Lake (Hach wie gruselig, da war mal ´ne Mordserie. Nix wie hin.). Wenig später dezimiert ein für die Teens Unbekannter, für Horrorkenner Vertrauter die Truppe, ehe wir herausgefunden haben, wer die größte Kreischqueen im Ferienlager ist.
Klingt nicht besonders toll? Ist es auch nicht. Trotz des Bekanntheitsgrades der Serie muss gesagt werden, dass die ersten beiden Freitag-Filme im Sog der von Carpenters „Halloween“ ausgelösten Slasher-Welle entstanden. So ist auch „Freitag, der 13te Teil 2“ ein Produkt mit wenig Eigenständigkeit.
Regie übernahm Steve Miner, der später noch weitere Horrorfilme („Und wieder ist Freitag, der 13te“, „Warlock – Satans Sohn“) drehen sollte. An seinem Stil ist wenig zu meckern. Die Gestaltung ist solide, bloß seine Atmosphäre erreicht nicht mal ansatzweise die der ersten zehn Minuten.
Die Morde sind aus heutiger Sicht auch nicht besonders schlimm; da ist der jeder FSK 16 Neo-Slasher heftiger (nicht zuletzt da die MPAA bei „Freitag, der 13te Teil 2“ einige Änderungen verlangte). Zudem sind diese auch nicht besonders spannend dargebracht; es fehlt eine Gänsehaut erzeugende Einleitung.
Die Dialoge sind beknackt; ebenso die Figuren die sie sprechen. Denn welches vernunftbegabte weibliche Wesen kommt auf die Idee an einem Ort wie Crystal Lake nachts (!) allein (!!) nackt (!!!) und wenn die meisten anderen Mitglieder der Truppe weg sind (!!!!) in einem eiskalten (!!!!!) See zu baden?
Die restliche Story ist auch schon hinreichend bekannt: Der Mörder metzelt alle Opfer über den Haufen bis sich die Kreischqueen des Films gegen ihn durchsetzen kann. Das Ende ist vollkommen bescheuert und unlogisch, aber irgendwie muss man ja eine Fortsetzung andeuten. Immerhin kommt keine große Langeweile auf.
Jasons Auftritte sind lächerlich, da er meistens einen Leinbeutel auf dem Kopf trägt, den jeder andere Mensch zum Einkaufen benutzen würde. Zum Schluss darf dieser noch mal für den Hui-Buh-Effekt entfernt werden, was aber Jason noch weniger überzeugend macht (wo ist die weltbekannte Hockeymaske?).
Die Darsteller kann man allesamt vergessen. Klar war in den meisten 80es Slashern wenig Talent gefragt, aber dafür sahen die Darstellerinnen in vielen dieser Filme besser aus und/oder konnten besser schreien (da lobe man sich Jamie Lee Curtis).
„Freitag, der 13te Teil 2“ kommt als mittelprächtiger Schlitzerfilm daher, der zwar ein wenig Spannung zu bieten hat, den aber lediglich der furiose Auftakt vorm Abrutschen in den unteren Durchschnittsbereich bewahrt.