Review

Jason, das alte Sackgesicht (den Gag musste ich bringen)...
Wie es bei erfolgreichen Horrorfilmen so ist, lässt sich kein Regisseur lange bitten, eine artgerechte Fortsetzung in die Pfanne zu hauen. Im Falle des ersten Sequels zur berühmt-berüchtigten "Friday"-Reihe steigt Steve Miner ins Boot und liefert (um es schon mal mal vorweg zu nehmen) eine sehr ansprechende Fortsetzung. Der Film mit dem deutschen Untertitel "Jason kehrt zurück" (war der überhaupt je weg?) ist wohl wie jeder zweite Teil wirklich jeder Horrorreihe umstritten bei Fans. Blödsinnigster Grund für das häufige Desinteresse, dass olle Jason hier nicht mit Eishockey-Maske an den Start geht, sondern mit Einkaufsbeutel über der Fresse.

Die Ausgangssituation ist einfach gehalten. Wieder mal fahren ein paar frivole Teenager an den Crystal Lake, allerdings nicht ins gefürchtete "Camp Blood", sondern in ein anderes Lager unweit entfernt (beliebter See...). Wieder stehen Arbeiten an, aber in erster Linie wird hier Spaß und Freude thematisiert. Leiter Paul geht die Sache locker an und vergnügt sich eher mit seinen Schützlingen. Übrigens wissen alle um Jason, den ominösen ertrunkenden Jungen, tun die Gerüchte um seine weitere Existenz aber dummerweise als Legende ab. Dabei warnt sie doch noch Ralph, der lustige Dorfpenner, der schon im ersten Teil die Jugendlichen auf die Gefahr aufmerksam machte.

Wie auch immer, die Truppe der Opfer in Spe ist wieder einmal dezent ausgewählt. Das schnuckelige Liebespaar, der eher ruhige Rollstuhlfahrer, die leicht bekleidete Olle, der smarte Schönling und noch ein, zwei Leutchen, die nicht weiter ins Gewicht fallen. Wie es halt so kommen muss, wird einer nach dem anderen abgemurkst. Ralph wird nach unredlichen bespannen des Paars beim nahen Liebesakt per Stacheldraht erwürgt, eben genanntes Paar mittels spitzen Gegenstand (nach dem Geschlechtsverkehr) wie ein Sandwich aufgespiest und jedem anderen wird irgendwas scharfes in die Birne geschlagen. Jason selbst sieht man derweil nicht, nur seine erstaunlich gut erhaltenen Schuhe.

Nachdem alle Nebencharaktere endlich tot sind, treffen Paul und seine Assistentin (Na, wer's glaubt...) nach durchzechter Nacht im Camp ein und stellen fest, dass irgendwas nicht stimmt. Paul, die Ruhe in Person, lässt sich allerdings auch nicht vom durchgebluteten Bett irritieren, es gibt für alles eine Erklärung. Dann tritt auch schon das FInale ein. Jason erscheint nun endlich mit stilechtem Jutesack mit Guckloch und überfällt unsere zwei Überlebenden. Die übliche Verfolgsjagd quer durch die Botanik findet statt, bis sich das "Final-Girl" (letztens erst gelesen den Begriff, finde ihn sehr passend) ausgerechnet in Jason's Haus barikadiert. Naja... lange Rede kurzer Sinn, man sieht Jason kurz mal ohne Mütze, Ende.

Grundsetzlich finde ich dieses Sequel besser als das Original. Das liegt vor allem an den hundertmal besseren Schockeffekten, da ist mir auch egal, dass Tom Savini hier gefehlt hat. DIe Musikuntermalung ist viel stimmiger und Jason mit Jutesack hat durchaus was angsteinflössendes. Andererseits gibt es auch wieder die typischen, sauer aufstoßenden Fakten. Alle Mädchen und auch ein Großteil der Jungs laufen mit engen, kurzen Shorts rum. Was bei den Damen der Schöpfung noch ganz prickelnd aussieht, kratzt bei den Jungs eher im Auge. Ralph, der allseits beliebte Irre, regt eher zum lachen an, wenn er pseudomystisch umherwandert und seine Warnungen verteilt, ohne aber wirklich was zu unternehmen.

Ja, was gabs noch? Die ersten Minuten sind nur für eine lange Rückblende vorgesehen gewesen (nett, aber in Deutschland unnötig neu synchronisiert). Brüllend komisch für mich der Schockmoment, in dem eine Katze sich Eintritt durchs Fenster verschafft. Warum brüllend komisch? Nun, wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass Muschi ziemlich unsanft durch das Fenster geschmissen wurde, freiwillig tat sie das jedenfalls nicht. Desweiteren find ich die Szene lustig, in der unser aller Schönling der knapp bekleideten Ollen mittels Schleuder was an den zarten Popo schleudert. Er trifft die rechte Arschbacke, das Opfer fasst sich aber "Aua"-sagend an die linke. DIe Olle hat übrigens einen Köter - Muffin ("Na schönen Dank", musste sich der Hund gedacht haben).

Ein bisschen ehrliche Kritik gibts dann auch noch. Zwar ist alles stimmig und atmosphärisch, dennoch wird mir persönlich zu viel aus dem Original kopiert, teilweise haargenau. Wenn unser Final-Girl am Ende zum entscheidenen Todesschlag ansetzt, passiert das in Zeitlupe, genau wie der letzte Hieb im Original, der Jasons Mutter den Kopf absäbelte. Am Schluss kracht Jason ohne Maske nochmal durchs Fenster und krallt sich die Überlebende, auch hier wieder Zeitlupe, und auch diesmal fühlt man sich an den letzten Moment im Vorgänger erinnert, wo Jason ähnlich schroff aus dem Wasser sprang. Naja... was will man machen?

Fazit

Einigermaßen spannende und ohne unnötige Goreffekte inzenierte Fortsetzung, die das Original in Sachen Atmosphäre und Schockmomente bei weitem übertrifft. Die üblichen Klischees, stereotypen Dialoge und die an manchen Stellen aufkeimende Unlogik mindern den Eindruck leider doch wieder.

5/10

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