Jason allein im Wald
Geschlagene 5 Jahre ist es nun her, dass eine Gruppe Jugendlicher im Camp Crystal Lake ermordet wurde. Nur Alice hat das Gemetzel überlebt und Jasons Mutter den Kopf abgehakt.
Nun lebt sie also zurückgezogen, um ihr Leben neu zu ordnen, doch sie wird ihre Alpträume nicht so richtig los. Schon bald werden eben diese Realität, denn Jason - der angeblich ertrunkene Junge - ist gar nicht so tot, sondern hat offenbar die Ermordung seiner Mutter angesehen, was er mal so gar nicht lustig fand. Also rächt er sich geschwind. Zu seinem Glück muss es nicht mal bei diesem einen Mord bleiben, denn eine neue Gruppe richtet sich im Camp ein, um vielleicht dieses Mal die Sommerferien mit Kindern zu verbringen. Da hat Jason allerdings noch ein Wörtchen mitzureden.
Der zweite Teil der Saga stellt für mich auch gleichzeitig den Höhepunkt dar. Am Ende von Teil 1 gab es einen netten Cliffhanger, der hier fast nahtlos fortgeführt wird und Jason als neuen Killer einführt.
Warum er nicht ertrunken ist und wieso er sich nie wieder bei seiner Mutter gemeldet hat sei mal dahingestellt, ist eben so. Nun darf also Jason für Ordnung im Camp sorgen und er steht seiner Mutter in Sachen Effizienz in keinster Weise nach.
Bevor es aber soweit ist, werden die POV-Kameraeinstellungen aus Teil 1 wieder einige Male verwendet, was für die richtige Stimmung sorgt und es gibt einige wirkliche gute Momente, in denen der Zuschauer geschickt getäuscht wird. Das macht den Film für mich noch einen Tick stärker als den Erstling.
Ansonsten läuft aber alles nach altbewährtem Muster ab. Dumme und/oder unvorsichtige Teenies werden von Jason einer nach dem anderen abgefertigt, bis zum Schluss schon wieder eine Frau überlebt und Jason (leider) auch. Man hätte ihn hier einfach zu Grabe tragen müssen, denn die weiteren Fortsetzungen konnten nicht mehr dieses Niveau erreichen.
Bei seinem ersten richtigen Einsatz war Jason zudem noch deutlich menschlicher und verwundbarer, so dass manche Opfer zumindest noch eine Überlebenschance hatten. Seine beiden Markenzeichen - die Machete und die Hockeymaske - sind nur zur Hälfte präsent, denn zunächst muss er seine Visage unter einem Leinensack verstecken. Somit ist Jason in diesem Teil ein Sackgesicht in doppelter Hinsicht.
Neben einigen Rückblenden, in denen die Highlights aus dem ersten Teil noch einmal ins Gedächtnis gerufen werden hat auch der alte Ralph wieder einen kleinen Auftritt und warnt die neu eingetroffenen Betreuer erneut. Wieder verhallen seine Worte ungehört und er selbst wird von Jason ebenfalls ins Jenseits befördert. Schade eigentlich, denn er war einer der sympatischsten Charaktere.
Der zweite Freitag war ein guter Nachfolger und hätte - ähnlich wie Halloween - ein schönes Filmdoppel ergeben. Da man Jason aber nicht in den Ruhestand schicken wollte, ging er in der Flut von immer abstruseren Sequels beinahe unter.
Auch wenn er damals ab 18 freigegeben war ist er nicht sonderlich brutal, da für die R-Rated Freigabe einige Änderungen vorgenommen werden mussten. Leider gibt es bis heute keine Unrated-Veröffentlichung. Nach etlichen Jahren auf dem Index ist er seit einiger Zeit ungeschnitten ab 16 verfügbar, was absolut gerechtfertigt ist. Die Suspense-Momente übertreffen die Mordszenen auf jeden Fall und sorgen für echte Spannung.
Jason kann es auch ohne seine Mutter und metzelt sich optisch wenig eindrucksvoll, aber effektiv durch das Camp. Zusammen mit Teil 1 ein kleiner Slasherklassiker, Halloween und Nightmare sind dennoch stärker.