kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 22.07.2012
Schon in der Eröffnung untermauert Steve Miner zwei Gesetze des Slasherfilms, die bis heute gelten:
[SPOILER]
- Fertige eine Szenenmontage mit den Highlights des ersten Teils zusammen, um den Eindruck einer fortlaufenden Geschichte zu erzeugen (und um die Gesamtlaufzeit zu strecken).
- Lass die einzige Überlebende des ersten Teils gleich zu Beginn abnippeln und reinige den Weg so für einen jungfräulichen Neuanfang.
[SPOILER ENDE]
So hält er sich sklavisch an die Fährten, die das Original gelegt hat und bringt ein Element nach dem anderen zurück - vom unheilvoll sabbelnden Dorfirren auf dem Fahrrad bis zur Lagerfeuergruppe, deren Reihen unter Garantie in Kürze dezimiert werden. Nur der Killer ist jetzt ein anderer. Damit ändert sich auch die Inszenierungsweise: Miner greift nur noch selten auf die Egoperspektive zurück, und wenn, tut er es nicht, um die Identität des Killers im Geheimen zu lassen, sondern um dem Zuschauer einfach mal kurz zu zeigen, wie Jason so tickt.
Dabei werden Figuren kurz und schmerzvoll aus dem Spiel genommen, wobei meist eine Machete in lebenswichtige Körperteile geschlagen wird und prosthetische Effekte für Sekundenbruchteile der Star sind. Manchmal ist es auch der Arsch einer Wohl-nicht-mehr-Jungfrau im Mondschein der Nacht, die schmuddelig gefilmte Behausung Jasons mitten im Wald oder Jasons Kopfbedeckung, ein weißes Tuch mit nur einem Guckloch. Interessant gestaltet Miner seinen Slasher nach Formel also durchaus und hat letztendlich mit "Freitag der 13., Teil 2" für die eigentliche Schablone gesorgt, die wieder und wieder kopiert wurde - und das, wo schon diese Schablone nur aus Versatzstücken und Selbstzitaten besteht, bis hin zur finalen Zeitlupenattacke, in der Jasons vermummtes Gesicht wieder in ganzer Pracht zu bewundern ist.
*weitere Informationen: siehe Profil