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Fünf Jahre nach der Schlachtplatte im Camp Crystal Lake macht quasi nebenan Paul Holt ein Lager zur Ausbildung von Betreuern auf. Natürlich macht hier auch die Geschichte des Jason Vorhees die Runde, der einst im See ertrank. Und es dauert nicht lange, bis jemand den Besuchern des Camps nach dem Leben trachtet.

Doch zuerst bekommt man einen halbwegs ausführlichen Rückblick auf das Ende von Teil eins spendiert. Das ist nicht sonderlich elegant gelöst, man ist bei Unkenntnis des Vorgängers aber dann recht schnell im Bilde. Wobei das Franchise nun nicht für seine ausgeklügelten Plots bekannt ist und der weitere Verlauf wie zu erwarten zweckdienlich bleibt.

Trotz Jasons Auftauchen sind auch in Teil zwei noch nicht alle Trademarks etabliert. So taucht die Machete noch nicht als Standardwerkzeug auf und auch auf die Hockeymaske muss man hier noch verzichten, mordet sich Jason doch als Sackgesicht durch die mal wieder ach so unkeusche Schar. Aber wer braune Unterwäsche für sexy hält, braucht sich eh nicht wundern.
Die Kills gibt es in gebotener Regelmäßigkeit, jedoch sind diese nicht wirklich ausufernd in Dauer oder Blutgehalt. Richtung Ende erhöht sich die Schlagzahl dann, passend eingewoben in Nacht und Gewitter, was der Chose eine recht klassische Atmosphäre verpasst. In der ersten Hälfte muss man da mit viel Tageslicht vorliebnehmen, was aber durch die cheesy Camp-Atmo noch gut aufgefüllt wird. Diverse Jumpscares gibt’s frei Haus, obendrein noch sowas wie eine Motivation des Killers mitsamt hübschem Hinterzimmer. Auch agiert Jason hier noch agiler als in manch späterem Teil, wenn seine Bedrohlichkeit eher auf einer langsameren, mehr physischen Präsenz beruht.

Der Rest vom Cast landet überwiegend früher oder später in der Opferrolle und ist charakterlich in dem engen Rahmen der gängigen Genreklischees gefangen. Für das, was man hier vor sich hat, ist das aber vollkommen ok und was erwartet man in dieser Reihe auch sonst?
Harry Manfredini steuerte wieder die musikalische Untermalung bei und Peter Steins Kamera nutzt immer wieder mal die Egoperspektive des Killers, was durchaus manch stimmungsvolle Sequenz bietet.

In unter neunzig Minuten inszeniert Steve Miner in seinem Debüt als Hauptregisseur einen typischen zeitgenössischen Slasher, der zwar heute nicht mehr schockt und fast bar jeder Spannungskurve daherkommt, aber eben auch wieder dieses typische (und wohl auch durch Nostalgie befeuerte) Gefühl transportiert, welches man mögen kann.

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