Im Gewand einer interessanten, unverwechselbaren Story und umhüllt vom gammeligen, grauen Trenchcoat der in den Achtzigern so angesagt war erlebte Christopher „Silberblick“ Lambert in diesem Fantasymärchen den Höhenpunkt seiner schauspielerischen Karriere. Und das in einer edlen Unterhaltungsbombe made in America unter der Regie von Russel Mulcahy, für den übrigens dasselbe galt.
In gemischten Zeitebenen wird die Geschichte des schottischen Highlanders Connor McLeod erzählt, der einem ganz besonderen Schlag „Menschen“ angehört: er kann nur sterben, wenn ihm der Kopf vom Rumpf getrennt wird. Das Schicksal schreibt es jedoch vor, dass sich die überall in der Welt verstreuten Krieger im tödlichen Kampf begegnen müssen, um den Einen zu ermitteln, der am Ende übrig bleiben wird. Der Sieger eines ritualisierten Zweikampfes nimmt sämtliche Macht, Wissen und Stärke des Besiegten in sich auf – demzufolge ist der letzte Sieger nahezu gottgleich und hat die Macht, die Welt zu verändern. Damit dies nicht dem Oberbösewicht Kurgan (schmutzig: Clancy Brown) in die Hände fällt, macht sich der spanische Edelmann Ramirez (stilvoll: Sean Connery) daran, den verstoßenen schottischen Krieger McLeod (tapfer: Christopher Lambert) im Kampf zu schulen und sein Wissen auf diesem Wege weiterzugeben. In der Neuzeit (also hier die kunterbunten 80er Jahre, wie ich sie liebe) kommt es dann zum ultimativen Aufeinandertreffen von Gut und Böse...
...und spätestens, wenn Queen in die Saiten haut, geht der Film so richtig ab. Hier wird einem wahrlich ein edles Spektakel geboten, in dem weder ausgedehnte Schwertkämpfe, viel Gefühl noch Humor und Spannung zu kurz kommen. Geschickt spielt man mit den Gezeiten, die der unsterbliche Wanderer Lambert durchreist und kommt so dem mythischen Hintergrund mehr und mehr auf die Spuren. Die Duell-Action ist einsame spitze und nicht nur der finale Bombastkampf zieht ausnahmslos jeden in seinen Bann. Neben ausgedehnten Actionorgien hat der Film auch viel Sinn für Emotionen: McLeoud findet sein Glück im Mittelalter bei einer Frau, die er jedoch irgendwann aufgeben muss – denn sie altert im Gegensatz zu ihm – und so entsteht auch der namens gebende Titelsong „Who wants to live forever“, den nun wirklich niemand vergessen kann. Während Lambert wirklich sein allerbestes gibt, um als cool gefeierter Held durchzugehen, verblasst er gegen Sean Connery schon fast wieder, denn der irische James Bond sticht mit seinem Charme und seinem Witz wirklich alles aus. Clancy Brown, der spätestens seit „Mörderischer Vorsprung“ Übung in den Fieslingsrollen hat (die er uns in Verhoevens „Starship Troopers“ als knochiger Militärausbilder nochmals beweisen durfte), gibt hier den 1 A – Bösewicht und Counterpart zu Lambert, dem strahlenden und gutmütig-menschlichen Paladin, der logischerweise das letzte Duell für sich entscheiden kann.
Ein weiteres 80er – Mustsee mit spannender Story, viel Epik und dem richtigen Feeling, begleitet von einem fantastischen Score einer einzigartigen Band, der dem Film letztlich sogar die Höchstnote verschafft. Unbedingt die ungeschnittene 18er Version im Laden suchen, die mittlerweile für wenig Geld überall erhältlich sein sollte! Und am besten alle Sequels und die Serie aus dem Kopf schlagen.