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„Highlander“ ist sicherlich eine gute Mischung aus Fantasyepos und seichter Action, doch so ganz kann ich den Hype um diesen Film nicht nachvollziehen.
Connor MacLeod (Christopher Lambert) ist ein Highlander, ein Unsterblicher. Die Highlander können nur getötet werden, indem man ihnen den Kopf abschlägt. Geschieht dies, geht die Kraft des getöteten Highlanders auf seinen Gegner über, weshalb die Highlander sich immer wieder Kämpfe liefern. Einen davon gibt es gleich als schmissigen Auftakt, wenn Connor von einem Gegner in einer Tiefgarage gefordert wird und er diesen nach Kampfhandlungen enthauptet.
Jedoch spielt „Highlander“ nicht nur in der Gegenwart, sondern zeigt auch, wo Connor herstammt: Er ist an sich ein schottischer Kämpfer vom Clan der MacLeods, dessen Highlander-Erbe auffiel, als er eine an sich tödliche Verletzung überlebte. Natürlich hat der Mensch immer Angst vor dem, was er nicht kennt, also folgt der gesellschaftliche Ausschluss auf dem Fuße. Von da an erzählt Regisseur Russell Mulcahy stets parallel aus Connors Vergangenheit und Gegenwart, die aber beide miteinander verknüpft sind.

Neben Connor dient der Highlander Kurgan (Clancy Brown) als Verbindung, der Connor bereits im mittelalterlichen Schottland ans Leder wollte. Nun sucht Kurgan Connor, um ihn zu töten und seine Kraft zu erhalten. Connor, der unter dem Decknamen Russell Nash als Antiquitätenhändler in New York lebt, bereitet sich auf die Konfrontation vor…
„Highlander“ ist ein poppiges Kind der 80er und was die Bilder angeht, leistet Russell Mulcahy mit seiner Videoclip-Ästhetik tolle Arbeit. Das Ganze mag zwar stellenweise etwas gelackt aussehen, doch Mulcahys Inszenierung, vor allem das Spiel mit Farben (man beachte den in blau gehaltenen Endfight), verpasst dem Film eine tolle Atmosphäre. Dazu trägt auch die eingängige Musik von Queen bei, die inzwischen Klassikerstatus hat.

Einen Actionoverkill sollte man bei „Highlander“ jedoch nicht erwarten, denn die Anzahl der Schwertkämpfe ist nicht übermäßig hoch. Doch wenn es dann zur Sache geht, dann darf sich der Actionfan freuen: Schick choreographiert und flott in Szene gesetzt klirren die Klingen, sowohl in Vergangenheit und Gegenwart. Erwischt es einen Highlander, dürfen auch die FX-Spezialisten ans Werk, um Lichtblitze, zusammenstürzende Türme und was das Ableben des Hochländers noch auslöst, auf die Leinwand zu bringen. Dabei sehen die Effekte selbst heutzutage noch ziemlich gut und nicht allzu antiquiert aus.
Auf der Plotseite hinterlässt „Highlander“ jedoch einen zwiespältigen Eindruck. Als gelungener Part erweisen sich die Rückblenden, welche Connor und den anderen Charakteren mehr Tiefe verleihen. Man erfährt, woher Connor seine Sekretärin kennt, wie seine Feindschaft mit Kurgan aussieht und lernt seinen früheren Mentor Ramirez (Sean Connery) kennen. Das verpasst den Figuren nicht nur mehr Tiefe, sondern gibt Mulcahy auch die Chance in schönen Aufnahmen von den schottischen Highlands zu schwelgen. Wirklich episches Flair schafft Mulcahy zwar nicht, aber immerhin beinahe.

Wenig berauschend ist hingegen das Geplänkel in der Gegenwart: Ohne große Überraschungen läuft die Geschichte auf das finale Duell zwischen Connor und Kurgan hinaus, große Charakterentwicklung in der Gegenwart fällt flach. Ein paar von Kurgan begangene Morde schrecken eine Polizistin hoch, die gerät an Connor und es wird ein wenig gemauschelt, aber sonderlich ist dieser Lovestory-Subplot dann auch nicht. Hätte man hier ein wenig mehr Drive in den Film gebracht, dann wäre „Highlander“ sicherlich Referenzklasse.
Christopher Lambert macht in seiner späteren Paraderolle einen ordentlichen Job und stellt den unsterblichen Hochländer überzeugend dar. Clancy Brown als Fiesling ist ungefähr ebenso gut, auch wenn seine Art teilweise etwas übertrieben primitiv und animalisch wirkt. Beide werden jedoch mit Leichtigkeit von Sean Connery an die Wand gespielt: Mit viel augenzwinkerndem Witz meistert der Mann seine Mentorrolle und verleiht „Highlander“ noch mal zusätzliche Klasse.

Inszenierung, Schwertfights sowie Charaktertiefe in den Rückblenden stimmen bei „Highlander“ vollkommen und machen ihn zu einem recht faszinierenden Fantasyfilm. Aufgrund der schleppenden Gegenwartstory kann der Film bei mir jedoch nur 7,5 Sterne einheimsen.

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