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Eine Gruppe unsterblicher Krieger kämpft schon seit Jahrtausenden um einen Preis, der das Schicksal der gesamten Menschheit zum Guten oder zum Schlechten wenden kann und nur durch denjenigen gewonnen werden kann, der alle anderen Unsterblichen tötet. Christopher Lambert spielt einen dieser Krieger, der nach der Ermordung seines Lehrers, gespielt von Sean Connery der entscheidenden Schlacht in den Straßen von New York immer näher kommt.

Das ist es also, das scheinbar unverwüstliche Heldenepos von Russell Mulcahy, das über die Jahre zu einem der bekanntesten Kultfilme aller Zeiten avancierte, Christopher Lambert überraschend zum Star machte und das Zitat "Es kann nur einen geben" auch denen geläufig machte, die den Film nie gesehen haben. Doch was ist von diesem Epos, dieser Legende heute noch übrig geblieben? Nichts! Aus der heutigen Sicht, immerhin über 20 Jahre nach dem Dreh, kann ich dem Film leider nichts mehr entnehmen, was mittlerweile nicht schon dutzendfach aufgewärmt und getopt worden wäre. Jetzt mit der Kritik an der Story anzufangen, wäre ein bisschen zu einfach, zumal diese nicht einmal ansatzweise für den Erfolg des Films verantwortlich war. Das, was diesen Film so bekannt machte ist nämlich eher die Ästhetik und die hervorragende Fotografie der Landschaften, Darsteller und der Kampf-Szenen, doch auch diese sind mittlerweile lang überholt. Die Regie von Russell Mulcahy ist sicherlich nicht schlecht, aber aus der heutigen Sicht ist sie nicht mehr so spektakulär. Die Action-Szenen und Spezial-Effekte, die damals sicherlich einen großen optischen Reiz hatten, sind spätestens seit den ersten Comic-Verfilmungen um Längen übertroffen. Die Landschaftsaufnahmen machen immer noch einiges her, aber spätestens seit den hervorragenden Landschaftsaufnahmen in "Herr der Ringe" ist auch diese Musikclip-Ästhetik nicht mehr so reizvoll. Die Musik ist ebenfalls nicht auf dem neusten Stand und mit neueren Werken mit Musik von Howard Shore oder Hans Zimmer nicht einmal ansatzweise vergleichbar. Im Gegensatz zu seinen Hauptfiguren ist dieses Heldenepos leider alles andere als unsterblich und erschwerend hinzu kommen natürlich auch noch die schwachen Fortsetzungen, die das Original endgültig in den Dreck zogen.

Die Umsetzung ist also schon lang überholt, aber das ist nicht das Hauptproblem des Films, denn dieses sehe ich eher darin, dass "Highlander" den Spagat zwischen Fantasy, Monumentalfilm und Actionfilm nicht einmal ansatzweise hinbekommt. Ich persönlich finde es einfach lächerlich, wenn sich erwachsene Männer mit Rüstungen und Schwertern in der Gosse von New York bei Nacht duellieren. Durch diese unlogischen und lächerlichen Stellen, kann der Film keine bedrohliche oder gespannte Atmosphäre aufbauen und langweilt, zumal das Erzähltempo leider ein bisschen zu langsam geworden ist. Zudem nervt der andauernde Kulissenwechsel zwischen den dunklen Gossen von New York und dem schottischen Hochland. Und wenn ein Film keine Spannung aufbaut und auch nur mäßig unterhält, müsste normalerweise die Story greifen und den Film wenigstens im Ansatz interessant machen. Doch angefangen bei der lächerlichen Charakterkonstruktion, bis hin zur aufgesetzten Love-Story von Lambert, nervt auch diese. "Higlander" wurde in jeglicher Hinsicht von anderen Heldenepen wie "Gladiator", "Last Samurai" und "Herr der Ringe" überboten.

Wenn ich mir heute Filme mit Christopher Lambert wie "Absolon" oder "Mortal Kombat" ansehe, frage ich mich immer, wie dieser talentfreie Darsteller jemals so bekannt werden konnte. Die Antwort ist schlicht und einfach, nämlich, dass dieser absolut untertalentierte Darsteller das Glück hatte, zur richtigen Zeit im richtigen Film seine Talentlosigkeit unter Beweis zu stellen. Lambert liefert eine unterdurchschnittliche Leistung ab und kann nicht einmal ansatzweise überzeugen und wirkt außer bei den Action-Szenen überaus gelangweilt. Wenn man sich seine Karriere ab seinem Erfolg mit Highlander ansieht, stellt man einen grausamen Abwärtstrend fest und das absolut zu Recht, aber so lang die Legende "Highlander" existiert, wird er wohl noch einige schwache B-Movies machen dürfen. Sean Connery spielt wie immer überaus stark und hätte besser die Hauptrolle übernommen.

Fazit:
In meinen Augen ist "Highlander" ein alter Hut und konnte mich persönlich überhaupt nicht überzeugen. Die Action-Szenen, die Musik und die Kulisse sind immer noch einigermaßen bekömmlich, haben aber einen Großteil ihres ursprünglichen Reizes überschritten. Christopher Lambert spielt schlecht wie eh und je, die Story ist ein Desaster und auch den Spagat zwischen Fantasy- und Monumentalfilm kann "Highlander" nicht meistern. Wer den Film damals mochte, wird ihn wohl immer noch mögen, aber aus der heutigen Sicht würde ich ihn eher im unteren Mittelmaß einordnen.

35%

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