Neulich hab ich mir mal wieder diesen alten Schinken reingezogen. Keine Ahnung wann genau ich den das letzte Mal gesehen habe, doch es war hundertpro im letzten Jahrtausend. Demzufolge waren meine Erinnerungen ziemlich verblasst und mir nur noch einzelne Szenen wie das anfängliche Duell in der Tiefgarage, paar Auftritte vom Bösewicht sowie das Finale vertraut. Allerdings fiel mir sofort auf dass ich früher nur auf die Action (sofern hier mal was passiert) geachtet habe, während ich heute schon beim Outfit von Christopher Lambert die Krise kriege. Selbst Kyle Reese konnte sich mit den Bullen und einem T-800 im Genick auf die Schnelle paar coolere Klamotten organisieren. Ok, das waren halt die Achtziger, also drauf geschissen.
Man bekommt schnell mit worum es hier geht: mehrere unsterbliche Krieger beharken sich seit Jahrhunderten gegenseitig bis zum letzten Mann um die Weltherrschaft zu erlangen. Wie originell! Diesen Kampf kennt man schon aus diversen, wesentlich älteren Religionen, sowohl zwischen ihren Vertretern („nur unsere Glaubensrichtung bringt Erlösung bla bla“) als auch innerhalb ihrer Dogmen („Gut gegen Böse“). Connor „Silberblick“ MacLeod ist der Gute, Kurgan (Clancy Brown) der Böse. Schrecklich sind Beide auf ihre ureigene Weise.
Lambert kann nicht schauspielern und hat im gesamten Film nur 1 hitverdächtigen Spruch, kurz nachdem er zu Beginn von den Cops einkassiert wird, die sich die kopflose Leiche in der Tiefgarage nicht so recht erklären können und Connor für den Täter halten, was ja auch stimmt. Hätte man Connor jetzt weggeknastet und den Cast eingeblendet, wäre „Highlander“ ein flotter, lustiger Kurzfilm geworden, aber nein, es muss noch weitergehen. Zur restlichen Handlung nur soviel: Lambert macht sich die Gerichtsmedizinerin klar, es folgen Flashbacks zu seinem früheren Leben inklusive Ramirez (Sean Connery ist neben dem Kameramann der einzige Profi hier) und am Ende besiegt er natürlich Kurgan. Das ist kein Spoiler, weil diese Entwicklung von vornherein klar ist, was den Film teilweise sehr langweilig macht.
Daran kann auch Kurgan nichts ändern, der sich vom dunklen Ritter über Zombie-Lookalike bishin zum doofen Skinhead-Kasper entwickelt, bevor er dank schlechter Computereffekte endlich das Zeitliche segnet. Peinlich! Immerhin hat er zwischendurch bessere Szenen als sein Gegenspieler, z.B. die wo er in einem Hinterhof einen von Lamberts Kumpeln ins Jenseits befördert. Solche düsteren Einschübe hätte der Film noch mehr vertragen können, was auch für die Screentime von Connery gilt. Einen solchen sexy Hochkaräter darf man nicht so billig aus dem Film verschwinden lassen wenn sonst nur mimische Deppen darin rumrennen.
Abschließend möchte ich noch anmerken, dass die Szenen in Schottland sowie diverse Kamerafahrten (am selben Ort oder anfangs im Wrestling-Stadion) richtig gut gelungen sind. Den Soundtrack von Queen bzw. die Lieder von ihnen fand ich eher störend. Sogar das schöne „Who wants to live forever“ wirkt im Film trotz inhaltlich passendem Einsatz irgendwie deplatziert. Bleibt also unterm Strich ein angeblicher Kultfilm, dessen Beliebtheit ich absolut nicht verstehe. Für mich kann es keine weitere Sichtung geben – 4 von 10.