Review

"In der Metropole feiert der junge Filmstar Laura Triumphe. Sie ist nach großen internationalen Filmen zum Idol des Landes geworden und hat eine große Karriere vor sich. Das weiß auch das Gangstertrio Jane, Chris und Thomas und darauf gründet sich ihr finsterer Plan. Sie wollen Laura kidnappen, sie anschließend auf einer einsamen Insel gefangen halten und von ihrem Produzenten ein Lösegeld von Zig-Millionen erpressen. Dank raffinierter Planung gelingt es ihnen, Laura in ihre Gewalt zu bringen und mit dem Privatflugzeug auf die einsame Insel zu entführen, wo sie in einer Höhle gefangen gehalten wird. Der Produzent, der von einem Mittelsmann über Entführung und Lösegeldforderung in Kenntnis gesetzt wird, läßt sich zum Schein auf die Forderung der Gangster ein, beschließt aber, Peter, einen der besten Privatdetektive des Landes, auf Lauras Spuren zu setzen und sie aus den Händen ihrer Peiniger zu befreien.
Inzwischen haben sich die Gangster mit Laura auf der Insel, die fast vollkommen vom Dschungel bedeckt ist, niedergelassen. Was sie nicht wissen können ist, daß im Dschungel noch Ureinwohner leben, die einem Kannibalenkult huldigen und die für ihren Gott dauernd neue Opfer erzwingen, die noch Jungfrauen sein sollen.
Wir erleben die scheußlichen Rituale dieser Menschenfresser und ihres unerbittlichen und grausamen Gottes, die auch für Laura und ihre Peiniger eine unbekannte große Gefahr bedeuten.
Peter kommt mit dem Hubschrauber auf die Insel, kann per Walky Talky mit den Gangstern Verbindung aufnehmen und bereitet alles zur scheinbaren Übergabe des Lösegeldes vor. Vor der Übergabe des Geldes, das im Austausch gegen Laura erfolgt, kommt es zu einer großen Schießerei, in der einige Gangster sterben und auch Peters Pilot verletzt wird.
Im Getümmel entflieht Laura in den Dschungel, um sich dort vor ihren Peinigern zu verstecken. Doch schon bald gerät sie in die Gewalt der Häscher des Kannibalengottes und wird für die Opferung rituell vorbereitet. Im letzten Moment gelingt es Peter, die übrigen Gangster, sofern sie noch nicht Opfer der Kannibalen geworden sind, unschädlich zu machen und Laura kurz vor ihrer Opferung vom Marterpfahl zu befreien."
(Text des Werberatschlags)
Mag sich diese Zusammenfassung des Inhalts noch recht kohärent anhören, so ist der Film selbst kaum mehr als ein scheinbar mit der Gartenschere geschnittenes Stückwerk, dem auch nur der Ansatz eines Spannungsbogens völlig fehlt. "Il Cacciatore di Uomini" (wörtlich: Die Menschenjäger) dürfte selbst für beinharte Franco-Komplettisten eine harte Prüfung darstellen, schon allein aufgrund der auf Dauer nicht zu ertragenden musikalischen Untermalung der wenig koordinierten Bildfolgen. Die "Musik" besteht dabei hauptsächlich aus pausenlosem Getrommel, zu dem dann phasenweise ein nerviger Singsang und/oder ein eben solches Gestöhn hinzu gemischt wurde.
Um die völlig absurde Entführungsgeschichte ein wenig aufzupeppen, läßt Franco immer mal wieder einen splitternackten, farbigen Zombie/Kannibalen mit lächerlichen Glubschaugen aus Styropor durch das Unterholz stolpern, der sich an jungen Mädchen vergeht, die ihm die Eingeborenen als Opfer darbringen. Diese "Wilden" sind, wie schon in Francos anderem Kannibalen-Epos "Mondo Cannibale", ein, im wahrsten Sinne des Wortes, bunt zusammengewürfelter Haufen von Menschen sehr unterschiedlicher Herkunft, darunter auch einige Europäer, wie in einigen Szenen unschwer zu erkennen ist.
Obwohl Francos Kannibalenfilme nicht viel mit den (Mach)Werken von Ruggero Deodato oder Umberto Lenzi zu tun haben und zum Glück auch auf Tier-Snuff verzichtet wurde, konnte Franco es sich doch nicht verkneifen, ein paar kurze (eher lachhafte) Gedärm-Mantsch-Szenen einzufügen, sowie einige abstoßende Großaufnahmen des auf irgend etwas blutigem herumkauenden Zombies / Kannibalen.
Unter den Darstellern kann letztlich nur Werner Pochath, der allein durch seine Präsenz schon etliche Filmkatastrophen vor dem totalen Kollaps bewahrt hat, einige positive Akzente setzen (trotz einer armseligen Nachsynchronisation).
Während die deutsche Kinofassung sowie die alte deutsche Videofassung noch um etliche Minuten gekürzt waren, wurden bei der deutschen DVD-Fassung zahlreiche Szenen wieder in den Film eingefügt (zum Teil mit Untertiteln). Allerdings unterscheidet sich die Bildqualität der aus anderen Quellen eingefügten Szenen, die vor allem farblich erheblich blasser sind, stark vom Rest des Films, so dass der Patchwork-Eindruck des Streifens noch verstärkt wird.
In allen zu Rate gezogenen Quellen wird der Film im übrigen als deutsch-italienisch-spanische Co-Produktion geführt, doch in der vorliegenden Fassung taucht kein Hinweis auf die römische Produktionsfirma "Filman" auf. Statt dessen wird hier die französische "Eurocine" als Co-Produzent genannt.

GEJAGT, GESCHÄNDET UND BIS ZUR WILLENLOSIGKEIT GEPEINIGT
SIE HAT DAS GESICHT EINES ENGELS ABER SIE KÄMPFT WIE EIN RAUBTIER
EIN BLONDES MÄDCHEN UNTER BANDITEN UND KOPFJÄGERN
HART - ABGRÜNDIG - ERREGEND
BLOND, HÜBSCH UND WEHRLOS IN DEN HÄNDEN VON ERPRESSERN

Details
Ähnliche Filme