Schauspielerin Laura, eine hübsche Blondine, wird von Entführern auf eine Karibische Insel verschleppt. Dort braucht ein Kannibalengott stetig neue Jungfrauen-Opfer, um satt zu werden…
Massenfilmer Jesus Franco (VAMPYROS LESBOS, LIEBESBRIEFE EINER PORTUGISISCHEN NONNE, SÄGE DES TODES, OASE DER ZOMBIES) – er möge in Frieden ruhen – ein spanischer Regisseur, der so ziemlich jeden Trend mitgemacht hat, allerdings nie so ganz das Image des Schmuddelfilmers abstreifen konnte. Die deutsch-spanische Co-Produktion JUNGFRAU UNTER KANNIBALEN ist einer der Filme, die diesen Ruf untermauerten. Der Streifen hackt in dieselbe Kerbe wie die italienischen Genreklassiker MONDO CANNIBALE, LEBENDIG GEFRESSEN und CANNIBAL FEROX (allesamt von Lenzi!), verfehlt deren „Klasse“ jedoch um Längen. Die Crux hier: Story und Umsetzung. Extrem langweilig, billiger als Aldi und mit so überdeutlichen Fehlern bestückt, dass dagegen Fulci und Mattei wie Coppola und Polanski wirken – und das ist noch untertrieben! Die entführte Blondine wird nackt in einer Höhle angekettet und dann erst mal ordentlich durchgebimst. Am Schluss wird sie an einen Totem gefesselt, von nackten Eingeborenen gestreichelt, mit Grashalmen abgerubbelt und eine nackte Schwarze führt einen Fruchtbarkeitstanz vor ihr auf. Nacktheit war immer ein zentrales Thema bei Franco. Da bietet sich die Kannibalen-Thematik an, hüpfen die Eingeborenen doch eh permanent wie Gott sie schuf durchs Gebüsch. Dazwischen tut sich nicht viel. Entführer und die Retter der Blondine stapfen planlos durch den Dschungel. Es folgen lahme Keilereien und dämliche Dialoge. Eine Stunde lang ereignet sich im wahrsten Sinne des Wortes: nichts – kombiniert mit ein bisschen Nacktheit. Begleitet wird das frivole Treiben von ganz furchtbarem Psycho-Orgel-Gedudel, das sich mit nervtötendem Mambo-Jambo-Urwald-Getrommel abwechselt. Der Kannibalengott Botcho ist ein ebenfalls pudelnackter Schwarzer mit Tischtennisbällen als Augen (kein Witz!) und einer verschwommenen Ego-Sicht als wäre die Kamera beschlagen. Er schraubt einem Kerl den Kopf ab, erschlägt eine Tussi mit einem Stein, schleicht sich aufs Boot der Touristen, um ein Pärchen bei der Fleischeslust zu stören, und kaut in Super-Close-Ups auf Fleischfetzen und Eingeweiden. Sein Auftreten sorgt für Stimmung und Trash-Unterhaltung, ansonsten lädt der Streifen eher zum fröhlichen Sekundenschlaf auf der Couch ein.
Unter den Darstellern finden sich einige bekannte Gesichter, wie z.B. Werner Pochat (MOSQUITO – DER SCHÄNDER, HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS), Ursula Buchfellner (bekannt aus Francos SADOMANIA, dessen DIE NACKTEN SUPERHEXEN VON RIO AMORE und Franz Marischkas DREI LEDERHOSEN IN ST. TROPEZ) und Al Cliver (bekannt aus Fulcis WOODOO).
„Wenn er nicht zahlt – weißt du, was ich dann tue!? 'Ne kleine Operation! 'Ne Brust ohne Nippel ist doch nichts!“
Fazit:
Kannibalenfilm für Veganer. Dann doch lieber D’Amato seine lüsternen Zombies in PORNO HOLOCAUST und IN DER GEWALT DER ZOMBIES.