„Die Kammer“entstand nach einer Vorlage von John Grisham,somit weiß der Zuschauer gleich,was ihn erwartet:Ein Drama mit juristischen Hintergrund ohne große Überraschungen.
Sam Cayhall(Gene Hackman)wird für den Mord an zwei Kindern verurteilt,ihn erwartet die Todesstrafe.Adam Hall(Chris O´Donnell) verfolgt die Geschehnisse und setzt sich als sein Anwalt ein,er ist der Enkel von Sam.Ihm bleiben nur wenige Tage,um die Todesstrafe an seinem Großvater zu verhindern,dabei deckt er tragische familiäre Hintergründe auf.
Der Streifen wird eindeutig von den beiden Hauptdarstellern getragen.
Chris O´Donnell als blutjunger Anwalt,hin und her gerissen zwischen Haß,Mitleid und Hoffnungslosigkeit.Demgegenüber Gene Hackman als sein Großvater:Kaltherzig,unnahbar und doch mit einem weichen,sensiblen Kern.
Hier steht weniger das juristische Drumherum im Vordergrund als ein Familiendrama,welches die Frage von Schuld und Macht zu erklären versucht.Der politische Hintergrund um das dunkle Treiben des Ku-Klux-Klans ist eher zweitrangig und liefert ein plausibles Motiv für die Familientragödie ab,was dennoch zum Nachdenken anregt.
Leider ist die Story etwas spannungsarm und hat einige Längen aufzuweisen,mit Überraschungen ist nicht zu rechnen und auch ein paar kitschige Szenen mussten hollywoodmäßig eingefügt werden,was dem Ganzen ein wenig die grausame Realität nimmt.
Dennoch bietet „Die Kammer“ für Freunde des ruhigeren Dramas und Grisham-Fans einen unterhaltsamen Film.
6 von 10 Punkten