Review

Gloria Guida sieht wunderbar aus und sie ist auch um einiges länger und genauer nackt zu betrachten als in den meisten späteren Komödien. Aber leider muß man feststellen, daß sie hier offenbar noch nicht spielen kann. Da die anderen Figuren nur wenig besser sind, dürfte es auch an der Personenführung des Regisseurs liegen. Der Film ist im übrigen bruchstückhaft (da die deutsche DVD-Fassung fast 90 Min. dauert dürfte nicht allzuviel geschnitten sein), zunächst werden die einzelnen Personen eingeführt und miteinander verknüpft, das geschieht noch einigermaßen geschickt, wenn es auch nicht unbedingt wahrscheinlich erscheint. Doch wenn die Story dann die Konfrontation hergeben würde, wird einfach abgebrochen, wie offenbar in allen Guida-Filmen dieser Zeit durch einen völlig sinnlosen und zufälligen Tod. Der Handlungsstrang mit dem verkuppelnden Mitschüler ist völlig überflüssig, da sich Monika (Gloria Guida) überhaupt nicht darauf einläßt. Das eine der beiden Themen, und für den Zuseher sicher das interessantere, die widerstreitenden Gefühle eines pubertierenden Mädchens, werden überhaupt nicht glaubwürdig oder interessant rübergebracht. Guida hat in den kurz darauf entstandenen Filmen "Quell´éta maliziosa" und "Peccati di gioventú" die geheimnisvolle Fraulichkeit eines jungen Mädchens perfekt verkörpert, hier fehlt diese Dimension fast völlig und von daher paßt der Film tatsächlich eher in die "Flotte Teens"-Reihe, an die der deutsche Titel wieder einmal anspielen muß. Nur die Blödelei fehlt, und damit hat der Film das Problem auch keine Komödie sein zu können, und für eine reinen Erotikfilm gibt es doch ein wenig zu wenig Sex und für ein Drama fehlt es an Tiefgang. Die zweite Schiene des Films ist die Ehefrau, die aus dem frustrierenden Eheleben in eine Liebschaft flieht. Dies ist sehr gut bewältigt. Die Darstellerin ist überzeugend, von der anfänglichen Abwehr bis zur geheimen Hingabe. Warum es der flotte Lehrer mit ihr und mit der jungen Schülerin treibt, obwohl er sich als sensibler bildermalender Frauenversteher gibt, bleibt hingegen wenig plausibel. Hat er keine widerstreitenden Gefühle und ist er genauso ein Bock wie der geldgierige und skrupellose Advokat? Wenn man dem Regisseur nicht schlicht Männerfeindlichkeit unterstellen wird, tut sich hier doch eine weitere Glaubwürdigkeitslücke auf.
Leider ist auch der Score von Nico Fidenco kein Glanzstück und die Meereslandschaft ist - wiederum anders als bei den erwähnten beiden späteren Guida-Filmen - auch nicht besonders eindrucksvoll. Fazit: nur für wirkliche Guida-Fans empfehlenswert.

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