Review

Fortsetzungen, die die Welt nicht braucht. Unter diesem Kapitel kann man „Pet Sematary II“ finden. Die schon für den ersten Teil verantwortliche Mary Lambert wärmte drei Jahre nach ihrem Erfolg Stephen Kings Idee noch einmal auf. Nur wirklich etwas eingefallen ist er nicht.

Die erste halbe Stunde gleicht der Film einem mittelprächtigen Jugenddrama, das die bekannten Elemente turmhoch stapelt. Nach dem tragischen Tod seiner Mutter quartiert sich Jeff (Edward Furlong, „Terminator 2: Judgment Day“, „American History X“) zusammen mit seinem Vater Chase (Anthony Edwards, „Top Gun“, „ER“) auf dem Lande ein. Dort angekommen verklickert Sheriff Gus Gilbert (Clancy Brown, „Highlander“, „Starship Troopers“) den beiden, dass er früher mit seiner Mutter gepoppt hat und die neuen Mitschüler stellen sich als hundsgemein heraus. Der neuen Haushälterin macht Jeff umgehend klar, dass sie nicht seine Mutter sei und sein einziger Freund ist der fette Sohn vom Sheriff. Da lacht die Muräne. Schlimm genug, dass das sämtlichen bekannten Klischees entspricht, aber das Schauspiel und die wirklich stümperhaften Dialoge sind zusätzlich noch auf Daily Soap-Niveau.

Es soll ein Drittel des Films um sein, bevor dann endlich das erste Kuscheltier begraben wird und bald wieder auftaucht. Das zieht dann eine Kettenreaktion nach sich, schließlich wird Sheriff Gilbert ebenfalls zu neuem Leben erweckt und los geht der Spaß.
Leider vermochte es Lambert, trotz einiger, in der TV-Version vorenthaltener Splattereffekte, eine gruselige Atmosphäre zu erschaffen – außer vielleicht ansatzweise auf dem Friedhof. Zu einfallslos folgt der Film dem Vorgänger und rutscht phasenweise in den Komödiensektor ab. Ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt bleibt ungeklärt.

Edward Furlong schien wohl schon während des Drehs bemerkt zu haben, auf was das hier hinaus läuft und zieht demzufolge ständig eine Fluppe wie zehn Tage Regenwetter. Clancy Brown ist unsympathisch am besten, muss hier aber mit humoristischen Anflügen kämpfen und Anthony Edwards beweist einmal mehr, dass er außerhalb der Notaufnahme nie ein guter Schauspieler war.

Mary Lambert konzentriert sich leider zu sehr auf die Effekte, was dem Film seine Atmosphäre kostet. Der Plot zieht sich hin, die sinnlosen Traumsequenzen erfahren keine Bedeutung und der wiederauferstandene Köter ist trotz dämonenhaften Aussehens nicht angsteinflößend. Zudem fördert der modernde Soundtrack nicht gerade das Horrorfeeling, das hier eigentlich allgegenwärtig zu finden sein sollte.

Mit zunehmender Spieldauer wird es dann immer abstruser. Gus schwankt hier ziellos zwischen zig Gemütszuständen, Jeff sieht seine Chance und reaktiviert Muttern und Chase macht dem Spuk final dann ein Ende, indem er ein Wesen nach dem anderen abarbeitet.


Fazit:
„Pet Sematary II“ ist Flickwerk der übelsten Sorte, eine überflüssige Fortsetzung die niemand vermisst hätte. Das doofe Drehbuch, die hirnrissige Dialoge, das schwache Schauspiel und das Ausbleiben von Atmosphäre sorgen für einen Schuss in den Ofen. Kann mir nicht vorstellen, dass da einige Splattereinlagen noch etwas retten können. Böse verhauen in allen Belangen.

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