Party auf den Grabsteinen
„Pet Semetary II“ hat mir viel mehr Spaß gemacht als er eigentlich jedes Recht hätte… Erzählt wird in Mary Lamberts verrufenem Sequel zu ihrem Gruselhit weiterhin von den Bewohnern der besagten US-Vorstadt, die in der Nähe eines mystischen Indianer-Wiederauferstehungs-Friedhofs wohnen. Dieses Mal geht’s vor allem um einen Jugendlichen und seinen Vater, die gerade spektakulär-brutal und tragisch ihre Mutter/Frau verloren haben, die eine angesagte Hollywoodschauspielerin war. Kommt da der Friedhof mit magischen „Zombiekräften“ genau richtig? Vielleicht. Getestet wird das Ganze aber erstmal unfreiwillig am Hund Zowie und dem eh schon psychopathischen Dorfcop…
Was einmal tot, das zweimal im Lot
Was hat „Pet Semetary 2“ für einen miserablen Ruf. Bis vor kurzem habe ich über ihn noch Dinge wie „trashig, unsinnig, seicht“ gehört. Sogar von Leuten, denen ich in Sachen Filme eigentlich vertraue oder mit denen ich zumindest meist einigermaßen auf einer Wellenlänge liege. Zum Glück kann man manchmal gegen diesen inneren Skeptikschweinehund ankämpfen und sich doch auf ein „ach so maues“ Sequel einlassen - ich hätte es bereut, wenn ich „PS 2“ mein Leben lang links liegen gelassen hätte. Mary Lambert liegt die Idee und das „Franchise“ spürbar am Herzen. Bis heute ist sie eine der besten Damen, die je im Horrorzirkus abgeliefert haben. Ihr „Pet Semetary 2“ ist wesentlich brutaler, schwarzhumoriger und böser als alles, was man sonst so mit diesem übernatürlichen Tierfriedhof verbindet. Clancy Brown ist einer der fiesesten Schurken, den ich seit langem gesehen habe - und er hat richtig Spaß an seiner Boshaftigkeit. Alle Bösen sind hier dermaßen drüber, dass die gezeichnete Filmwelt längst schon am Brennen scheint. Zum Glück kriegen er als auch die Schulbullies richtig schön heftig ihr Fett weg. Spätestens im Finale. Edward Furlong sieht noch aus wie in „T2“. Die Traumsequenzen sind redundant, unnötig und bescheuert. Aber ansonsten macht „Pet Semetary II“ Laune und viel richtig. Zumindest auf die unterhaltsam-splattrige Art. Und allein Sprüche wie „No Brain, No Pain!“ sollten jedem klarmachen, wie hier der Wind augenzwinkernd und überzogen weht. Das Original bleibt unerreicht - aber z.B. das suboptimale und bierernste Remake von vor ein paar Jahren lässt diese direkte und freche Fortsetzung deutlich hinter sich.
Fazit: blutig, chaotisch, entertaining - das „Friedhof der Kuscheltiere“-Sequel wollte keiner, brauchten aber viele. Das Remake z.B. geht dagegen baden. Besser als sein Ruf und für mich einer für die „Die unterschätztesten Horrorfortsetzungen“-Liste!