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Basierend auf der Biografie von Gia Carangi: Angelina Jolie spielt das US-amerikanische Top-Model, das es in den späten 70ern zum Weltruhm brachte. Auf den schnellen Aufstieg folgte jedoch ein tiefer Fall: Gia wurde drogenabhängig, die lesbische Beziehung zu ihrer Visagistin bröckelte, woraufhin sie an AIDS erkrankte, woran sie schließlich im Alter von gerade einmal 26 Jahren verstarb.

Auch wenn es ein relativ kurzes Leben war, das Gia Carangi führte, war es doch ein überaus bewegtes und interessantes und könnte als Vorlage für ein Biopic damit kaum geeigneter sein. Umso bedauerlicher ist es, dass dieses Potential nur teilweise ausgeschöpft wird, auch wenn der Film dem oberen Mittelmaß zuzuordnen ist.

Zunächst einmal sind die Einblicke in die Modewelt, die durchaus im Rahmen des Realistischen, Vorstellbaren liegen, ganz gut gelungen, aber hier mangelt es leider an Kritik, an einem gewissen Zynismus, mit dem man der Szene, der Gia unter Anderem zum Opfer fiel, durchaus hätte gegenüber treten können, aber hier bleibt das Drama leider zu brav. Ansonsten ist die Story aber ziemlich gut gelungen. Die Charakterkonstruktion der Hauptfigur ist stimmig, die verschiedenen Facetten von Gia Carangi, wie etwa der Drogenkonsum oder die Homosexualität werden authentisch und ohne jegliche Idealisierungen, bzw. Beschönigungen dargestellt. Der Lebenslauf des Top-Models ist gelungen zusammengefasst und so wird das Biopic der Figur, die es dem Zuschauer näher bringen will, durchaus gerecht, auch wenn die Milieustudie vielleicht ein bisschen zu brav ausfällt.

Regie führte der Debütant Michael Cristofer. Ein Fehler unterläuft Cristofer beim Erzähltempo, das er mitunter etwas zu langsam hält. Wesentlich störender ist jedoch, dass Cristofer dabei eine gewisse Monotonie an den Tag legt und sich nicht so recht darauf versteht, Akzente zu setzten, so ist der Film leider ein wenig höhepunktslos und kommt zu keinem Zeitpunkt über ein solides, mittelmäßiges Unterhaltungsniveau hinaus, da sich der Film so mit dem Aufbau von Spannung und Dramatik trotz der wahren Begebenheit, auf dem er basiert, relativ schwer tut. Ansonsten ist der Film in Bezug auf Kamera-Arbeit und Schnitt grundsolide in Szene gesetzt, die Lesben-Szenen, durch die der Film seinerzeit viel Aufmerksamkeit in der Presse bekam, sind knisternd und erotisch und die musikalische Unterlegung ist zwar nicht grandios, aber durchaus souverän und passend. Mit "Body Shots" und "Original Sin" blieb Cristofer später dem Bereich Erotik-Drama zugewandt, kam qualitativ jedoch nicht mehr an sein erstes Werk heran.

Eine der größten Stärken des Films ist Angelina Jolie. Einmal sind es äußerliche und physische Vorzüge, die Jolie, die in diesem Film gleich mehrere Nackt- und Lesbenszenen hat, zu einer perfekten Besetzung machen, aber auch darstellerisch macht sie hier eine überaus gute Figur. Die emotionalen Szenen spielt sie genauso souverän, wie Dialog- und Sex-Szenen und selbst die Rauschzustände nach dem Drogenkonsum und besonders hysterische Anfälle bringt sie überzeugend auf die Leinwand. Elizabeth Mitchell, die durchaus solide spielt, bietet ebenfalls einiges fürs Auge und mit Faye Dunaway, die in der Rolle der Agenturchefin zu sehen ist, ist ein weiterer darstellerischer Höhepunkt vorhanden.

Fazit:
Auch wenn der etwas monotone, höhepunktslose Erzählstil verhindert, dass "Gia - Preis der Schönheit" über das Mittelmaß hinauskommt, ist der Film, der seine Hauptfigur gelungen konstruiert, gute Darsteller, allen voran natürlich Angelina Jolie, aufbietet und zudem einige erotische Momente vorweisen kann, durchaus sehenswert und aufgrund seiner wahren Begebenheit durchaus mit Interesse zu verfolgen.

61%

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