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R-Point ist ein Kriegshorrorfilm, der über weite Strecken an The Bunker erinnert. Bedächtig und langsam inszeniert schöpft der Film seine düstere Atmosphäre aus den bedrohlichen Bildern, dezent eingestreuten Schocks und den vielschichtigen Charakteren. Hier bleibt kein Soldat anonym, man lernt jeden mehr oder weniger gut kennen, erfährt seine Hintergründe und seine Ängste. Hier sind nämlich keine Rambos am Werk, sondern richtige Menschen. Überhaupt vermag der Film ein gutes Gefühl dafür zu vermitteln, dass die Soldaten weitab von jeglicher Zivilisation den geheimnisvollen Mächten ausgeliefert sind.

Genau das wird aber nicht jedem gefallen. Man hat mitunter das Gefühl, dass der Film bis zum Finale niemals richtig in Fahrt kommt. Denkt man nach einem gelungenen Schock, dass es jetzt endlich losgeht, bremst sich die Handlung danach mit längeren Streitereien und Dialogen der Soldaten wieder selbst aus. Sicherlich, wer auf intelligenten Horror steht, der wird hier vor Freude an die Decke springen. Wer aber auf kurzweilige US-Teenieslasher und Nippon-Horror abfährt, für den ist R-Point weniger geeignet. A propos Nippon-Horror: Auch bei diesem Film bleibt man nicht vor schwarzhaarigen Mädchen verschont. Die Auflösung ist dann auch eine Mischung aus typisch asiatischem Schockerkino und Antikriegsfilm. Nett ausgedacht!

Die Optik des Films ist wirklich sehenswert. Statt jede Szene mit Farbfiltern zu verfremden setzt der Regisseur bis auf wenige Ausnahmen auf natürliche Farben. Als spannnungserzeugende Mittel setzt er Nebel und modrige Gebäude sowie verfallene Ruinen ein. Intelligente Kamerschwenks sorgen in Schockmomenten für mächtig Stimmung. Interessanterweise hat man auf einen echten Score verzichtet, lediglich in Schockmomenten gibt's kurze "Donnerschläge", wie sie bei jedem Horrorfilm verwendet werden.

Fazit:

Optisch überzeugender, intelligent konstruierter Anti-Kriegshorrorfilm mit starkem Psychoeinschlag, der leider bis zum Finale nie richtig in Fahrt kommt.

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