Im Jahre 1972 empfängt eine in Vietnam stationierte, südkoreanische Einheit den Funkspruch einer verschollen gemeldeten Einheit. Der einzige Überlebende dieser Truppe, der völlig eingemullt in einem Militärkrankenhaus liegt, beschwört, dass seine Kameraden alle über den Jordan sind. Das zu verifizieren, hatte er zwar ihre Dog-Tags einstecken. Davon abgesehen aber faselt er nur einen inkohärenten Stuss, der die Diagnose, dass er nicht mehr alle beisammen hat, nicht wirklich allzu schwer macht. Grund genug also für das Oberkommando, eine neue Einheit loszuschicken, um den Verbleib der Truppe auf ihrer entlegenen Route zu untersuchen.
Auf dem Weg zur Basis, dem titelgebenden R-POINT, einem verfallenen Krankenhaus aus der französischen Kolonial-Ära, passieren die Soldaten eine alte Stele, deren chinesische Inschrift sie nicht sicher entziffern können. Für den Zuschauer gibt es die Übersetzung netterweise per Untertitel: Wer, mit Blut an den Händen, jenseits dieses Punktes wandert, der kann nie mehr zurück. Der Truppe wird diese unbeachtete Warnung nun zu einem äußerst unangenehmen Fluch, welcher ihnen – genau wie ihren Vorgängern - mit geisterhaften Erscheinungen und gräulichen Schuldmanifestationen, den Verstand so weit auszubluten beginnt, bis dass sie sich gegenseitig an die Gurgel gehen oder sich selbst auf äußerst unangenehme Weise die leidensschwere Seele aus dem Leibe reißen.
Sicherlich kann R-POINT einige Parallelen zum britischen Kriegshorror „Death Watch“ nicht völlig nivellieren, seine Atmosphäre ist gleich von Beginn an, mit den statikverzerrten Funksprüchen aber ungleich creepiger. Erfreulich auch, dass Regisseur Kong Su-chang sich ein Stück weiter aus dem immer noch grassierenden Themenklischee um rachsüchtige, aus dem Jenseits meuchelnde Frauengeister wagt. Vielleicht findet Sadako ja doch noch ihre Ruhe, irgendwann.