Review

A Hollywood Essential

Ein großer, recht gieriger und egoistischer Hollywoodproduzent bekommt schon länger Todesdrohungen durch klassische Postkarten und Warnungen, dass sein Hollywood nicht mehr das Hollywood sei, was man einst darunter verstand. Was ihn zwischen Studiogelände und Starlets in eine dunkle Spirale wirft, aus der es noir'isch eventuell keinen Ausweg mehr gibt…

Ein Blick unter die Traumfabrik

Seinen Zenit sowohl in Sachen Filmqualität als auch Beliebtheit hatte Robert Altman Anfang der 90er schon länger hinter sich. Fast aus einer anderen Zeit wirkten seine früheren Großtaten wie „McCabe & Mrs. Miller“, „M*A*S*H“ oder „Nashville“. Zudem hatte sich durch seinen kontinuierlichen Abstieg spürbar einiges an Frust angesammelt bei ihm. Doch mit „The Player“ packte er sein Genie, sein Insiderwissen, seine Reife, seine Erfahrung und seine Bitternis in ein satirisches Krimigesamtpaket mitten in der Traumfabrik, das ich nicht weniger als grandios nennen will. Und das läutete dann völlig zurecht und folgerichtig seinen dritten und letzten Frühling als Regisseur ein. 

Tinsel Town Terror

„The Player“ ist böse, clever und mehrbödig. Er ist gewagt und gewissenhaft. Er ist ganz Altman und doch modern plus meta genug um eine neue Ära einzuleiten (die vor allem mit Tarantino schon nahezu in den Startblöcken stand). Er spielt köstlich mit seinen vielen Stars, die auch mal einfach am Nebentisch sitzen und keine weitere Bedeutung haben, außer Star zu sein. Alles hat Wumms, trotz seiner Augenzwinkern und dreifacher Böden. Robbins in Topform war zu der Zeit ein Selbstläufer. Der Film Noir war wieder im Kommen. Und „The Player“ vereint all das zu einem spritzigen und teils auch fiesen Cocktail, der richtig Umdrehungen hat. Altman zeigt es hier im Grunde nochmal allen. Seinen Kollegen, seinen Kritikern, seinem Publikum. Dem Zeitgeist und dem Zahn der Zeit. „The Player“ ist einer der coolsten und perfidesten Einblicke in unser „liebstes“ Studiosystem. Und auf menschliche Abgründe. Mal super locker und leicht. Dann wieder bitterböse und krass. Dunkelheit und Sternenlicht sehr nah beisammen. Die vielen Filmposter im Hintergrund - i-Tüpfelchen! Die vielen Zitate und Namedrops - überhaupt kein Blatt vor'm Mund! Die prunkvolle Inneneinrichtung und hässlich-chice Mode - hihi! Altman lässt sich hiermit von gar keinem mehr ans Bein pinkeln. Und er fährt nochmal zu alter Größe auf, ich kann es nicht anders sagen. 

ShowBiss

Fazit: augenzwinkernd, stargespickt, filmnerdig, schattig, gewalttätig und gewaltig, altman'ig… „The Player“ hat fast alles, was sich ein Filmfan wünschen kann! Sollte zur Grund- oder zumindest Weiterausbildung im Filmbereich zählen. 

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