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Ein scheinbar leichter Coup soll den Dieben Porter und Val Resnick das große Geld bringen. Tatsächlich klappt der Überfall wie am Schnürchen. Doch als es daran geht, die Beute zu teilen, begeht Val drei Fehler: Er unterschlägt Porters Anteil, brennt mit dessen Frau durch und versucht sogar, seinen Kollegen zu töten. Kaum wieder auf den Beinen, sinnt Porter auf Rache. Vor allem aber will er sein Geld zurückhaben. Da stört es ihn nicht einmal, dass Resnicks neue Freunde Mafia-Paten sind und sich auch die Polizei schon an seine Fersen geheftet hat.

Payback fängt irgendwie seltsam an. Gibson bzw. Porter rennt durch die Gegend, kauft ne Knarre und ist irgendwie mies drauf. Der eigentliche Plot nähert sich sehr langsam, aber wenn man so nach 20 Minuten in der handlung drin ist, entwickelt sich ein guter Thriller mit Film Noir Elementen. Düstere Großstadtimpressionen, dazu noch Blaufilter, der Look ist leicht düster und paßt sich damit gut der Geschichte an.
Was sich dann anschließt ist ein brutaler Rachefeldzug durch die komplette mafiöse Hierarchie, denn Porter kennt kein Pardon das er um 70.000 Dollar betrogen wurde und fordert diese mit eisenharter Disziplin zurück. Dabei geht er selbst wenig zimperlich vor, wer ihm dumm kommt wird ohne jede Gefühlsregung erschossen und im Laufe der Geldrückbeschaffung kommen ihm eigentlich alle Ansprechpartner dumm. Doch nicht nur er türmt Leichenberge auf, sondern muß auch selbst fiese Szenen, Folterungen (2x Hammer auf Zeh, autsch) erdulden.
Gelungen ist auf alle Fälle die Kombination zwischen zynischer Härte, aber auch humorigen Parts, die  deswegen so gut sind, weil man eigentlich nicht mit ihnen rechnen kann. Gibson selbst brilliert dabei mit lässigen Dialogen oder einfach nur seiner Mimik. Auch der Running Gag funktioniert, das Porter ja eigentlich nur seine lächerlichen 70K (was jeder der Bösen ja sogar locker in der Hosentasche haben sollte) wiederhaben will, aber die Gauner ihm ständig 130K, die volle damalige Beute, unterstellen. Nicht zu vergessen natürlich Lucy Liu´s urkomischer Auftritt als schlagfeste Domina, einfach genial.
Auch wenn Payback ohne die ganz große Action auskommen muß, darf sich der Zuschauer auf kleinere Schießereien und Fight freuen. Der Hauptteil liegt allerdings auf der Schnitzeljagd, nach jeweils der Ranghöheren Person, die ihm doch bitte sein Geld wiedergeben soll, es doch nicht tut und sich kugelperforiert wiederfindet. Die Darsteller machen dabei einen guten Job und vor allem selbst kleine Rollen sind mit Stars besetzt, hier paßt alles. Wer Thriller mag und einen gewissen spaßigen Unterton gerne mitnimmt, sollte sich mal hier einblenden. Der sprunghafte Ablauf zu Beginn ist schnell geklärt und Gibson als konsequenter Killer gibts ja auch nicht so oft zu sehen.
8/10

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