"Düstere Legenden" ist einer von zahlreichen Scream-Kopien, die uns Ende der 90er überrannte. Zusammen mit "Ich weiß was du letzten Sommer getan hast" gehört "Düstere Legenden" aber zu den besseren Vertretern dieser Art. Die Story ist nicht der Rede wert, denn es geht eigentlich nur um irgendwelche mystischen Legenden, die sich ein Killer als Vorbild nimmt und die Selbigen benutzt, um viele brutale Morde zu begehen. Zunächst wird unsere Hauptdarstellerin (Alicia Witt) von Allen für verrückt erklärt und wird zudem nachher noch mit ihrer (völlig absurden) groben Fahrlässigkeit in der Vergangenheit konfrontiert. Was wirklich für den Film spricht ist die unheimliche Atmosphäre, die hier fast noch höher ist, als bei Scream 3 und 4. Auch der Spannungsbogen ist in diesem Film sehr groß und gerade der originelle Anfang mit dem fantastischen Brad Dourif hat es absolut in sich. Was mir ein wenig sauer aufgestoßen ist waren die Schauspieler, die in der absolut unteren Liga spielen und schon sehr stark an 90210 Niveau erinnert. Auch der sonst so charmante Jared Leto (Sänger bei "30 Second to Mars") spielt hier absolut blass und eine Rolle, die wirklich jeder GZSZ Darsteller hätte spielen können. Was mir schauspielerisch schon eher zu gesagt hat, war die extrovertierte Rebecca Gayheart, die hier so ziemlich alle anderen Schauspieler an die Wand spielt. Ihre Ausstrahlung hat irgendwie was Besonderes und sie kann witzig, zickig und ernsthaft zu Gleich sein. Auch der Gastauftritt von Robert Englund war ganz nett anzusehen, denn ich kann mich kaum an einen Film erinnern, wo Mr.Englund mal nicht im Freddy Krüger Kostüm auftaucht. Bei der Auflösung des Killers bin ich mal wieder hin und her gerissen. Einerseits fand ich die Auflösung nicht schlecht gemacht, vor allem weil die wahre Identität des Killers für mich total unerwartet war und der Mörder auch ohne Maske einfach nur unheimlich ist, aber andererseits ist die Demaskierung vollkommen unrealistisch, zumal der Killer die ganzen anspruchsvollen Morde angeblich ganz alleine ausgeführt haben soll. Was mir zusätzlich nicht in den Kopf gehen wollte war das fürchterliche Ende, welches für mich eins der missratensten Cliffhanger-Enden überhaupt ist. Der Showdown mit dem Killer ist ein absoluter Witz und der Schlussakt, insbesondere der letzte Satz war einfach nur platt und einfältig (Teil 2 sollte dann später ein besseres, viel originelleres Ende bekommen). So schlecht, wie ich das Ganze jetzt hier beschrieben habe, ist der gesamte Film dann letztendlich doch nicht. Ok, die Schauspieler sind mies (vor allem dieses grottenschlechte Gequacke von der völlig talentfreien Tara Reid), das Drehbuch teilweise unlogisch und das Ende viel zu lahm. Doch der Film hat eine, im wahrsten Sinne des Wortes, Mordspannung und viele nette Tötungsszenen, die alle auf "Düstere Legenden" beruhen. Der Film sollte von allen Slasher-Fans gesehen werden, auch wenn man keinen "Scream" erwarten sollte. In etwa auf einer Welle mit "Scream 4", aber deutlich schwächer als "Ich weiß was du letzten Sommer getan hast".
Fazit : Unheimlicher Slasher, mit einer unheimlichen Atmosphäre und einem noch viel unheimlicheren Killer. Für Genre Fans genau das Richtige und auch ich hatte absolut meinen Spaß, da ich die unterirdische Schauspielkunst hervorragend ignorieren konnte.
7/10