Review

Verzeihlich

Ein arg konventioneller, aber ganz passabel unterhaltender Horrorfilm im Fahrwasser von "Scream" um einen Mörder im College-Umfeld, der nach dem Muster sogenannter "Düsterer Legenden" - was hier heißt: moderne Mythen bzw. urbane Legenden (OT: " Urban Legend") um grausige Mordtaten -  killt. 

Regie, Kamera und schauspielerische Leistungen (ich spare mir die Auflistung der recht populären bzw. mittlerweile populären Darsteller) sind annehmbar. Den Score glaubt man bei schon vierzig anderen Filmen gehört zu haben, doch er ist stimmungsvoll. Zeitweilig wird durchaus Spannung aufgebaut (nichts, wo der Atem stockt) und der Bodycount ist recht hoch, wobei die Präsentation blutiger Details nie ins Drastische vordringt.  

Ärgerlich sind einige klischeetriefende Dialoge, die  weit blöder sind, als sich der Film insgesamt darstellt und laut proklamieren, dass es sich hier um einen College-Horrorfilm aus den USA handelt. - Was insbesondere heißt, dass S.E.X. ein Riesenthema ist (und erwartungsgemäß nur wenig abgebildet wird).
Das Finale ist ein weiteres Ärgernis, weil es erstens entlarvt, wie maßlos konstruiert die ganze Geschichte ist, und zweitens die Motivation des Mörders enthüllt, die wenig nachvollziehbar erscheint und in Relation zum aufgetürmten Berg Hügel Ermordeter schlussendlich lächerlich.

SPOILER
: Und dass so ein zartes Mädel die ganzen Kerle und sportlichen Studentinnen entleibt haben soll, ist wohl auch etwas aus dem Fundus düsterer Legenden... SPOILER ENDE

Trotz der Kritik: Es gibt weit Dümmeres, Faderes. "Urban Legends" ist manchmal sogar ganz nett, etwa wenn, wie in der Auftaktszene mit dem Tankwart (Brad Dourif!), recht gekonnt mit der Zuschauererwartung gespielt wird.

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