Review

Auf der Pendleton Universität in Neu-England ist nichts mehr so wie es einmal war. Denn plötzlich treibt ein wahnsinniger Irrer sein Unwesen und killt wahllos Stundenten auf schlimmste Art und Weise. Die Schulleitung geht von Einzelfällen ohne Zusammenhang aus. Nur Nathalie (Alicia Witt) durchschaut das Schema des Killers, denn dieser tötet nach dem Vorbild von überbrachten Vorstadtlegenden. Doch keiner glaubt ihr und so geschehen weitere Morde.
Herzlich willkommen bei einer neuen, nahezu 1:1 Screamkopie - und wie immer blieb die Qualität bei diesem x-ten Teenieslasher gehörig auf der Strecke. Als Pluspunkt kann man dennoch die recht gut gelungene Atmosphäre in der alten Universität bewerten. Auch die Idee, dass der Killer seine Opfer nach dem Vorbild der "Urban Legends" abschlachtet, ist halbwegs originell und sorgt wenigstens kurzweilig für Interesse beim Zuschauer. Ansonsten wirkt das Machwerk allerdings sehr altbacken und zusammengeklaut; die üblichen Teenieslasherklischees hat der Regisseur wohl mit einem extra-starken Magneten angezogen.
Leider muss man sagen, dass in keiner einzigen Szene so etwas wie Spannung oder Nervenkitzel aufkommt. Die Morde sind so vorhersehbar und geplant, dass es einfach nur noch langweilig ist, zuzuschauen. Auch die Goreszenen sind alles andere als hart, neu oder interessant. Einzig und allein ein fieser Mord im Parkhaus sorgt kurz für einen Ekeleffekt.
Die Teenies, aber auch alle anderen Charaktere des Films kommen äußerst löchrig, hohl und unsympathisch rüber. Hier findet man die üblichen, klischeebeladenen Holzpuppencharaktere, die jeder bis zu Exodus kennt und bei denen der Zuschauer nur darum bettelt, dass diese abgeschlachtet werden. Ihre Sprüche sind zudem äußerst lahm - sollten anscheinend lustig rüberkommen, aber das ging ziemlich in die Hose. Pubertierende Rotznasen dürften sich vielleicht noch über Kraftausdrücke wie "Wichsnase" totzulachen, aber das war's dann auch schon. Auch sämtliche Darsteller sind äußerst mäßig und schaffen es nicht, brauchbare Charaktere darzustellen (allein schon wegen dem total lausigen Drehbuch aber kein Wunder). Einzige Ausnahme stellt hierbei Alicia Witt dar. Ihre Figur kommt als einzige sympathisch rüber und sie spielt ihren Part auch recht ordentlich. Ihr stehen meiner Meinung nach alle Tore in Hollywood offen, sie sollte sich allerdings um etwas bessere Rollen bemühen.
Man kann dem Film zwar nicht absprechen, dass er sich bemüht, etwas Eigenständiges aufzubauen, aber an wirklich keiner Stelle scheint das so richtig durch. Die gegelten Boys mit dummen Sprüchen, die sexy Mädels und die hirnlose Story sind Indizien für einen weiteren Fehlschlag eines längst toten und ausgelutschten Sub-Genres des Horrorfilms. Das 08/15 Dauermotiv des vermummten Killers mit Maske und Mantel und der obligatorischen Axt zieht einfach nicht mehr, ergo: keinerlei Spannung oder Grusel. Da hilft das äußerst fadenscheinige Motiv des Killers (könnte aus einem Popsong von Britney Spears kommen) auch nicht mehr. Immer wieder unfreiwillig komisch ist der Effekt, dass der Killer den Teenies bei den Verfolgungsjagden immer eine Ecke voraus ist, auch wenn dieser sich bloß mit 0,05km/h fortbewegt.
Trauriges Fazit: "Urban Legends" ist für den Horror-Fan eine Rundumenttäuschung ohne Grusel oder Innovation. Geklaut wird trotz der relativ frischen Grundidee von einem Dutzend anderer Filme - und das fällt auf. Zumindest Die Hard-Fans des Teenie-Genres könnten etwas Gefallen an diesem lieblosen und originalitätsarmen Pseudowerk finden. Und dennoch verbleibt "Urban Legends" als ein Paradebeispiel der schlechtesten Teenieslasher aller Zeiten. Wieder mal ein Siegeszug der akuten Langeweile!

Details
Ähnliche Filme