Review

Daaaaahdadadadada,…- diese Melodie dürfte wohl jedem halbwegs kulturbewussten Menschen geläufig sein. Dabei handelt es sich um die Titelmelodie des Musicals „Das Phantom der Oper“ und auch in dessen Verfilmung.
Die Verfilmung des Musical-Klassikers wurde von dem ständig versagenden Regisseur Joel Schumacher („8MM“, „Batman & Robin) inszeniert und er versagte auch hier.
Zwar ist der Film wohl – neben „Tigerland“ – Schumachers künstlerisch wertvollstes Werk, allerdings auch sein langweiligstes und schwerfälligstes.
Die Story ist altbekannt: ein entstelltes Phantom terrorisiert eine Pariser Oper und verliebt sich in die stimmgewaltige Ersatz-Sängerin (Emmy Rossum), welche seine Liebe erst erwidert und dann nicht mehr.
Hervorragend sind in dem Film einzig die pompöse Ausstattung und die Kostüme. So sind einige Darstellerinnen leicht bekleidet und kurzweilig anzusehen. Das Nervtötende an dem Film ist jedoch, dass es, nun ja, eine Musicalverfilmung ist. Und so können die Darsteller es natürlich nicht lassen, jede Szene durch mehr oder weniger stimmgewaltiges Geschmetter in die Länge zu ziehen. Deswegen kommt auch die Länge von 2,5 Stunden zustande, obwohl die Story wohl auch in einer Stunde hätte erzählen können.
Verärgernd für Fans des Musicals ist, dass die Songtexte auf Deutsch übersetzt wurden –ein Graus. So heißt das wohl bekannteste Stück von Schöpfer Andrew Lloyd Webber jetzt nicht mehr „Think of me“, sondern „Denk an mich“ (und ja, es hört sich schlecht an).
Etwas Humor hätte angesichts der trantütigen Erzählweise des Films für etwas mehr Kurzweiligkeit sorgen können, was aber leider nicht der Fall ist.
Dadurch, dass die ewig langen Melodien bis auf Letzte laut durchs Kino gebrüllt werden, kann man nicht mal wirklich schlafen.
Auch sind die Darsteller größtenteils veritabel und leisten beinahe Schmierentheater ab.
Damit komme ich zu meinem nächsten Kritikpunkt: die theatralische Inszenierung, die angesichts der Musical-Dramatik vielleicht auch angebracht ist, aber lächerlich und einfach nur schlecht wirkt.
Vom Stab sei noch der Kameramann hervorgehoben, der zumindest bemüht ist, das ganze Treiben in schöne Bilder zu verpacken.
Meiner Meinung nach ist die Musicalverfilmung nicht gelungen. Und so schreit „Das Phantom der Oper“ regelrecht „Denk an mich“ bei der nächsten Verleihung der „Goldenen Himbeere“ (zumindest was den Film und den Hauptdarsteller angeht).
Aufgrund der aufwändigen Inszenierung gebe ich dem nervtötenden Spektakel gnädige 6 von 10 Punkten.

Details
Ähnliche Filme