Hierbei handelt es sich um die erste filmische Umsetzung des Phantoms der Oper im 21. Jahrhundert. Und wer könnte dies neben Regisseur Joel Schumacher besser verstehen als derjenige der durch sein Musical diese Geschichte erst zu Weltweitem Ruhm geführt hat – Andrew Lloyd Webber, welcher als Produzent an diesem Werk zum gelingen beigetragen hat. Seinen Einfluss auf das fertige Produkt lässt sich, wohl vor allem für Freunde des Musicals, nicht leugnen.
Ich glaube auf die Story muss ich an dieser Stelle nicht näher eingehen, da diese im Grundgerüst stets gleich bleibt. Jedoch weichte diese Umsetzung doch erheblich von 90er – Version mit Burt Lancaster ab. Genau jene war und bleibt auch weiterhin die für mich beste Umsetzung dieses grandiosen Stoffes. Gerne würde ich schreiben dass es in dieser Version ein Happy End für das Phantom gibt, jedoch wäre dies wohl nicht im Sinne des Erfinders bzw. Autors.
Die Inhaltliche Tiefe kommt hierbei ein klein wenig zu kurz. Auf das warum und wieso wird nur geringfügig eingegangen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei nämlich stets bei den Gesangseinlagen, welche den Film eindeutig dominieren. Musical – Freunde kommen somit voll auf Ihre Kosten. Wer dabei auf einen reinen Spielfilm hofft, wird wohl eher enttäuscht sein.
Der Film erfordert jedoch eine gute Portion Aufmerksamkeit. Zum einen durch seine Laufzeit von ca. 135 Minuten und des Gesänge. Vor allem in Verbindung mit den beeindruckenden Kostümen fällt es dem Betrachter schwer sich dabei noch auf den notwendigen Text zu konzentrieren. Die Synchronisation als schlecht zu bezeichnen wäre wohl etwas unfair.
Insbesondere bei den Gesangseinlagen ist es wohl einfach besser den Klängen und Stimmen zu lauschen und nicht auf die Lippenbewegungen zu achten.
Die Inszenierung des ganzen ist wirklich hervorragend gelungen – vor allem in Anbetracht dessen dass sie so gut wie 1:1 vom Musical umgesetzt wurde. Die Kostüme sind ebenso opulent und Detailreich wie auch die Gewölbe und nicht zuletzt die Oper an sich. Der Film ist sehr farbenprächtig und kann ein stets gutes Flair vermitteln. Die Kameraführung ist erste Sahne und die Aus- bzw. Beleuchtung vermittelt einem stets ein gutes und der Situation angepasstes Feeling.
Unter dem Gesichtspunkt dass bei der Auswahl der Darsteller nur Akteure in Frage kamen die Ihre Text auch selber zum besten geben können, kann man die Leistung der Darsteller allemal als gut bezeichnen. Wirklichen Fans sei dabei jedoch die englische Original-Version, zumindest in den Gesangpassagen (also ca. 90% des Filmes) ans Herz gelegt. Da, wie bereits erwähnt, auch in diesem Fall die deutsche Synchro nicht unbedingt das gelbe vom Ei ist. Zwar an sich nicht schlecht, aber einfach unpassend zum Film.
Alles in allem hat mit „Das Phantom der Oper“ mehr als überzeugen können – und das obwohl ich weder das Musical kenne, noch ein großer Musical – Fan bin. Mich fasziniert nur jedes mal die Geschichte des Phantoms auf´s Neue. Der Film ist sicherlich für jeden Musical – Fan ein absolutes Muss. Wer auf einen reinen Spielfilm mit großer Inhaltlicher Tiefe hofft, wird wohl eher enttäuscht werden. Aber ansonsten ist dieser Film sowohl optisch als auch Gesangstechnisch einwandfrei!