Review

Gestatten: Onkel Adi, unser Herr Reichskanzler 7.5
Bruno Ganz ist als Hitler ganz großartig, großzügig, manchmal sogar rührend, charmant. A bisi cholerisch zwar auch, schon, ja, vor allem wenn der Zweite Weltkrieg verloren geht, oder sein Account bei Xbox Live gesperrt wird, je nachdem, aber sonst...

Wim Wenders gestand, dass der Umgang von "Resident Evil" mit dem Faschismus zumindest im Ansatz besser war als hier - ein kleiner innerer Bundesparteitag für mich: da hätte er bloß noch begründen sollen weshalb er "Resident Evil" ansonsten für ein hanebüchenes Machwerk hielt.
Ich mag "den Untergang" - er gibt mir Kraft: Kraft, zu wissen, dass alles mal vorbei ist, und doch wieder nicht, dass die Bilder immer wiederkehren, RealistInnen dann wieder nichts damit zu tun haben wollen etc.
Stichwort Tätergeschichte: vieles am "Untergang" schreit nach dem was Guido Knopp einem so alles schon angetan hat - grenzenlos im Umgang mit aufgewärmter Heuchelei, und doch: dieser Film ist wenigstens ehrlich.
Er beschreibt allerlei Nationalsozialisten und Corinna Harfouch darf als echte Nationalsozialistin UND Emanzipierte Frau sowie Volksmutter in Personalunion auftreten, welche ihre Kinder korrekter als Birgit Doll ihre Tochter in Hanekes "Siebentem Kontinent" zur Strecke bringt: wer mit dem "Führer" Ganz gespeist hat glaubt auch noch an das Ende der Welt. Viel vom Nationalsozialismus erfährt man zwar auch in diesen Film nicht, aber man glaubt am Ende des Films zumindest eines zu wissen, nämlich wie dessen Führungsriege zum Schluß so getickt hat, und das ist schon einiges Wert - jedenfalls weitergehenden Respekt vor Bernd Eichinger & Co.In meinem konkreten Fall fällt einem dann zwar auch gleich wieder ein, dass man damit seinen eigenen Henkern bei der Mahlzeit zugesehen hätte, aber ein deutsches Sprichwort sei noch bekannt: man gönnt sich ja sonst nichts...

Details
Ähnliche Filme