In den letzten Jahren versuchten sich viele deutsche Regisseure daran einen Film zu drehen, der als absolutes Meisterwerk gehandelt werden kann. Doch die meisten scheiterten an diesem Vorhaben. Mit "Der Untergang" von Oliver Hirschbiegel ist es jedoch endlich einem deutschen Regisseur gelungen dieses zu schaffen. Dass dem Film dabei gerade eine Handlung inmitten des Zweiten Weltkrieges zu Grunde liegt, kann als Zufall gedeutet werden oder als Konsequenz aus der deutschen Vergangenheit. Eine Wertung hierüber möchte ich mir jedoch verkneifen.
Die Handlung des Films findet, wie bereits erwähnt, während des Zweiten Weltkriegs statt. Im Film werden die letzten Tage des Krieges in Berlin und speziell innerhalb des Führerbunkers behandelt. Dort kann man den Zerfall der Person Adolf Hitler mit ansehen, der immer wieder zu wahnsinnigen Ausbrüchen neigt und seine Umwelt, teils gewollt aber auch ungewollt, mit in den Abgrund reißt. Hierbei werden jedoch auch Seiten des Menschen Adolf Hitler gezeigt, die zuvor von vielen Historikern und Filmemachern aus Angst vor einer Vermenschlichung dieses Peinigers der Menschheit, lieber außen vor gelassen wurden. Dies bildet aber eine der großen Stärken des Films, der nicht nur auf eine oberflächliche Darstellung der Hauptpersonen Wert legt, sondern versucht sie von allen Seiten in tiefgründiger Weise zu beleuchten, was in den meisten Fällen auch eindrucksvoll gelingt. Das der Film hierbei auch den Spagat schafft, unterhaltend und nicht steril zu wirken, muss man als Anerkennung für den Regisseur ansehen. Denn die Verbindung von Ereignissen im Bunker und dem Leid in Berlins Strassen wirkt nie verwirrend oder unpassend, sondern stets als angemessen und passend.
Ein weiterer Pluspunkt des Films ist die absolut passende Besetzung. So liefern alle Schauspieler hervorragende Leistungen ab, woran die meisten deutschen Filme ja bisher oft krankten. Hervorzuheben ist hierbei sicherlich zunächst Bruno Ganz, der wohl die Rolle seines Lebens spielt indem er es schafft, dem Zuschauer die Person Hitlers einerseits als abscheuliches Wesen und andererseits als Mitleid erregenden Menschen darzubringen. Wer hierin eine Vermenschlichung sieht, dem sei gesagt, dass es dann nicht am Film, sondern wohl am mangelnden Intellekt des Betrachters liegt. Weiterer Lichtblick in der Schauspielerriege ist auch Alexandra Maria Lara, die mich durch ihre Darstellung der Traudl Junge absolut überzeugte, sie zu einem der grössten deutschen Schauspieltalente zu zählen. So stellt sie Hitlers Sekräterin als sympathisch und mitfühlend, aber auch als äußerst naive Person dar, dass Hitler stets vertraute. Diese Naivität wird durch den Schluss noch ein erneutes Mal dargestellt.
Insgesamt muss ich sagen das "Der Untergang" mich in höchstem Maße beeindruckte. Obwohl wohl nicht alle historischen Zusammenhänge korrekt dargestellt wurden und einige Szenerien aufgrund mangelnder Informationen frei interpretiert werden mussten, schafft es der Film die Geschehnisse während dieser Zeit dem Zuschauer begreiflich zu machen. Dass in einigen Szenen deutsche Filmmentalitäten zu Tage kommen, lässt den Film jedoch nicht weniger beeindruckend werden und somit sehe ich den Film als absolutes Meisterwerk in der deutschen, wenn nicht in der gesamten Filmgeschichte.
10 / 10