Kreativer Wahn- und Irrsinn, bestimmt dem Alkohol geschuldet oder der Langeweile an einem verkorksten Regentag; anders lässt sich die gemeinsame Idee der Brüder David A. Prior und dem sonstigen Hauptdarsteller, hier nun Drehbuchlieferant Ted Prior in ihrer Prämisse und dann auch der Umsetzung nicht logisch erklären. Schon zuvor eher durch zwar viele Einfälle mit durchaus Optionen auf Mehr, aber nicht dem Halten an Konventionen und auch nicht einer stringenten Dramaturgie und so nicht an filmischen 'Grenzen' gefangen, wird hier schnell jede Realität in das Absurde und Abstruse, in den Hokuspokus und das Gedankenspiel hinaus verdreht. Ähneln tut man dabei am Ehesten noch einem früheren (Night Wars, 1988) und einem späteren (Lost at War, 2007) Gedanken, was dann wieder die Übereinstimmung der Phantasievollen Denkweise innerhalb eines kleineren Rahmen, allerdings über die Jahre hinweg ergibt. Analog zum Film:
Als der amerikanische Journalist und Pulitzer-Preisträger Hollander [ William Knight ] beauftragt wird, von den Geschehnissen des Bürgerkrieges in Nicaragua zu berichten, stößt er vor Ort gleich auf mehrere alte Bekannte. Der mit ihm befreundete und die Friedenstruppen anführende Colonel Jack Crawford [ Lew Sleeman ] macht ihn zwar mit der generell schon schwierigen Situation vertraut, in der auch die Russen, angeführt von Vladimir [ Roger Bayless ] und seine mörderische Gespielin Tara [ Michi McGee ] mitmischen, erweist sich in der eigentlichen Bedrohung aber auch als macht- und hilflos. Denn Hollander, der bereits den Zweiten Weltkrieg erlebt und dort selber als Soldat den Tod in den Schützengräbern mehrfach ins Auge gesehen hat, erkennt unter den anwesenden Soldaten Jonathan Hancock [ David Parry ], Walker [ Stephen Quadros ], Hayden [ Michael Wayne ] und Keeler [ Sean Heyman ] ein untotes Vampir-Platoon, dass auf seine Art und Weise den Krieg mit am bestimmen ist.
Erstaunen tut man dabei zuerst am Aufwand, der ungewohnterweise die Inszenierung macht und die Produktion auf den ersten Metern umgibt. So gibt es hier bereits erste Szenen, die jeweils die Aufmerksamkeit erzeugen und sich nicht zu schade für Effekte wie die (versuchte) Wiederholung der rasenden Steadicam – bzw. der Shaky cam – aus dem originalen Evil Dead, in der im wilden Lauf durch das Unterholz des Waldes geprescht und auf das Ziel, das Opfer zugerast wird. Die Verdeutlichung der drohenden Gefahr des für den Zuschauer noch Unsichtbaren wird auch hier mehrmals benutzt, und erscheint bis zum Eintreffen der Erklärungen auch als überdeutliches Zitat. Eine Wiederholung nahe am Rande der Kopie, dessen Wirkung allerdings durch die Ausführung derselben und spätestens mit dem Eintreffen des Unheils selber verpufft, da dieses dann keines, sondern nur die Witzfigur des Filmes ist.
Konträr zu Night Wars, dessen fatalistisch-besorgniserregende Note man hier trotz der übereinstimmenden Unausweichlichkeit im ewigen Kreislauf von Leben und Tod und Krieg als alternativlose Wiederkehr nicht erreicht, spielt der Horror keine Rolle im übernatürlichen Aspekt, ist die Vampirtruppe kein Deut Gefahr oder Ernsthaftigkeit und so die Benennung mit dem Genre des Entsetzens und der Angst, der Verunsicherung und des Grauens nicht wert. Eine verirrte Lümmeleinheit, der Schrecken der Garnison quasi, vom Auftreten außerhalb jeder militärischen Ordnung jetzt her, was den Umgang mit Uniformen und auch den Anstand oder die Aufgabe überhaupt betrifft. So richtig bös sein kann man dem Priorschen Spuk hier allerdings nicht, wird gut gelacht angesichts der darstellerischen Leistungen, die durch die Bank weg kümmerlich, aber auch wie frei von der Leber weg in die Kulisse des angrenzenden Waldes - klamm und schmuddelig und kalt, isoliert und emotionslos - hinein gespielt wird.
Erfreuen darf man sich natürlich wieder an der frischen Luft, und dem schon seltsam blass aussehenden, leicht abgestorbenen wirkenden Grün, dass die Umgebung von Mobile, Alabama, der bevorzugte Wohn- und Drehort von Prior, der Unterschlupf der Kultur- und Kunstbeflissenheit quasi für den leidgestählten Zuschauer bereithält. Die zweite Regelmäßigkeit neben der Naturverbundenheit, die die meisten Werke der Filmeifrigen und Nimmermüden und Unersättlichen stets bietet, ist dann noch militärische Präsenz und die Aussagen zum Thema Krieg bzw. dem Abenteuer im Kriegsspiel, die auch hier wieder ihre Blüten schlägt (und den anderen wenigen Vertreten in Gattung Thriller oder Modern Day Action einfach fehlt.) So wird auch hier scharf geschossen und die Munition und Handgranaten in Richtung Feind gepflügt, sind aber ungewohnterweise auch Zivilisten und dies durchaus zahlreich und ausgiebig und in heimtückischer Art und Weise zu beklagen, was der Geschichte erstmals eine gewisse Aussagekraft und indirekte Hintergedanken der Kreativen beigibt.