Review

Inhalt:

Irgendwo in der chinesischen Martial World. In der Shang´s Mansion finden bei einem Unwetter diverse Personen Unterschlupf.
Hu Fei (Chin Siu Ho), einst ein Waisenkind, und sein Gefährte Shih, der nur einen Arm hat und krank ist, befinden sich darunter.

Die anderen Männer, die sich in Shang´s Mansion aufhalten, sind Gangster-Boss Yan Shi (Chiu Tai Ping), einst ein Arzt, sowie die Schwertmeister Miao Renfeng (Kuo Chui aka Philip Kwok) mit seiner Frau (Linda Chu) und Tian Guinong (Chiang Sheng).
Alle 3 Männer hatten mit dem Tod von Hu Fei´s Eltern zu tun, und daran erinnert sich Shih, der Hu Fei nunmehr die ganze Wahrheit über seine Herkunft offenbart.

Hu Fei´s Vater, Hu Yidao (Lu Feng), war vor 18 Jahren mit seiner hochschwangeren Frau (Helen Poon) auf der Durchreise in einem Gasthaus, in dem Shih als Kellner arbeitete, untergekommen, gerade al die Wehen bei seiner Frau einsetzten. Hu Fei wurde geboren....
Doch Hu Yidao, er ist ein Verfolgter. Er setzt einen Brief auf, der seinem Gegner Miao Renfeng alles erklären soll:

Die Vorfahren von Miao Renfeng, Tian Guinong und Hu hatten eine schwere Fehde. Hierbei ging es um 2 kostbare Schwerter, das "Male blade" und das "Female blade".
Das "Male blade" befand sich im Besitz der Hus, und die Vater Miao´s und Tian´s wollten von Hu Yidao einst dieses Schwert. Über eine Aushändigung wurd aber keine Einigung erzielt. Die Väter töteten sich im Streit gegenseitig, doch kamen Gerüchte auf, Hu Yidao hätte die beiden ermordet. Die Söhne sinnen natürlich auf Rache.

Dieser Brief, er soll alles aufklären. Doch er erreicht seinen Adressaten, Miao Renfeng, nicht. Der, der den Brief überbringen sollte, der Arzt Yan Shi, er ist von Tian Guinong bezahlt, und übergibt das Schreiben Tian!

Somit ist ein Duell zwischen Miao und Hu Yidao unausweichlich. Der Zweikampf erstreckt sich über Tage, wird nur des nachts unterbrochen. Beide Männer, sie haben durchaus Achtung voreinander.
Das würdevolle Verhalten Hu Yidao´s lässt Miao zu dem Schluss kommen, dass Hu nichts mit dem Tod seines Vaters zu tun hat.
Diese drohende Verständigung zwischen Miao und Hu Yidao ist Tian, der am liebsten beide Männer tot sehen möchte, ein Dorn im Auge.
Er vergiftet die Klinge Hu´s. Doch am nächsten Morgen, als das Duell fortgesetzt wird, tauschen beide Männer die Schwerter.
Hu stirbt an der Vergiftung, hervorgerufen durch eine Verwundung mit jener präparierten Klinge. Seine Frau begeht daraufhin Selbstmord.

Tian will auch noch den neugeborenen Säugling töten, doch Shih der Kellner, kann das Baby retten, der Kampf zwischen Miao und Tian endet remis.

Nun weiß Hu Fei alles, und er will den Tod seiner Eltern rächen.
Als erstes muss Yan Shi dran glauben, Hu Fei nennt durch die Aufzeichnungen seines Vaters dessen überragende Schwerttechnik sein eigen.
Hu Fei will Kontakt mit Miao aufnehmen, doch dieser fällt einem hinterhältigen Giftanschlag Tian´s zum Opfer, bei dem er erblindet.
Zunächst gilt es somit, ein Gegenmittel zu beschaffen. Dies kann nur der "King of poisons" bewerkstelligen. Doch dieser ist tot!

In den surrealen Gärten des "King of poison", ist seine Schülerin Cheng Lingsu (Wong Man Yee) an seine Stelle getreten. Diese hilft Hu so gut sie kann.

Doch die Gärten des "King of poison" sind ebenso eine Welt der Intrigen und todbringenden Ränke-Spiele wie die übrige Martial World. Shi Wansheng (Wong Lik) ist hier der Gegenspieler Cheng Lingsu´s und er kollaboriert letztendlich mit Tian Guinong.
Im Quartier Miao´s wird diesem durch Cheng Lingsu erfolgversprechend geholfen. Doch wird bei einem weiteren Giftanschlag, diesmal von Shi Wansheng ausgehend, Hu Fei das Opfer. Beim Versuch ihn zu retten, verliert Cheng Lingsu ihr Leben.

Hu Fei wird eines immer klarer: Tian Guinong war mit Hilfe des Giftmischers Shi Wansheng der einzig wahre Schuldige am Tod seiner Eltern.

Am Grab seiner Eltern stellt Hu Fei seinen Feind Tian und dessen Schergen. Es kommt zum alles entscheidenden Kampf, in den auch der wiedergenesene Miao Renfeng eingreift..........


Fazit:

Sehr gut! Doch überzeugte mich dieser Streifen Chang Cheh´s, 1980 mit einem Großteil seiner neuen Lieblinge, den Venoms, in Szene gesetzt, nicht so ganz 100%ig.
Und dies liegt an 2 doch etwas größeren Mankos. Zum einen ist dieser Eastern mit 122 Minuten, also etwas über 2 Stunden Laufzeit, doch etwas arg lang geraten, und so zieht sich vor allem zur Mitte hin einiges wie Gummi hin. Chang wollte hier offensichtlich Ambition zeigen, und alles sehr subtil aufbauen. Dies aber letztendlich auf Kosten des Drives, der Dynamik in diesem Teil des Streifens. Und dies geht beides, zumal für diese Laufzeit einfach etwas zu wenig Action vorhanden ist, leider doch soweit verloren, als dass ich die Höchstnote hier geben könnte.

Dies ist das eine Manko..., und das Zweite baut letztendlich darauf auf. Denn die Zackigkeit des Plots geht auch aufgrund einer zu gedehnten Nebenhandlung in der 2. Hälfte des Streifens etwas abhanden.
Hätte Chang Cheh den Teil, der in den surrealen Gärten des "King of poison" spielt, der sich mit der Ränke-Schmiederei um den "King of medicin" Shi Wansheng (Wong Lik), der Schülerin des "King of poison"  Cheng Lingsu (Wong Man Yee) und einiger blass bleibender Nebenfiguren befasst, etwas geraffter gehalten,dann wäre dieser Eastern kürzer und noch effektiver gewesen.
So aber ist der Film in diesem Teil etwas langatmig...., weniger wäre mehr gewesen.

Doch Chang Cheh baut seinen Film auch insgesamt sehr subtil auf. Er lässt sich Zeit, versucht seinen Characteren Tiefe zu geben. Und dies gelingt Chang Cheh durchaus. Die Spannung, die Chang Cheh letztendlich nuanciert aufbauen kann, sie entwickelt sich, dem Regisseur gelingt es, ein Puzzle um die Herkunft der Hauptperson zu kreieren.

Und dies lässt den Betrachter am Ball bleiben. Ich hatte beim Anschauen dieses Films den Eindruck, Chang Cheh wollte hier offensichtlich an seinen Streifen "Life gamble" , ein Jahr zuvor mit Shaw-MegaStar Alexander Fu Sheng in Szene gesetzt, anknüpfen. Dieser Eastern, auch hier zeigte sich ein Handschrift, die eher untypisch für Chang Cheh war, die eher der von Chu Yuan entsprach, in surrealem Ambiente eine komplexe Story aus der chinesischen Martial World auf die Leinwand zu bringen.
Doch ziemlich anders, als seine rauen Bloodshed-Dramen des Shaolin-Zyklus mit Alexander Fu Sheng, Ti Lung oder Chen Kuan Tai, bis zur Mitte der 70er ein Haupt-Garant Shaw´s für klingelnde Kino-Kassen.

Doch merkt man, das Komplexität eigentlich nicht so Chang Cheh´s Ding ist. Wie bereits erwähnt, weniger wäre hier mehr gewesen. Chang Cheh gelingt es aber, mit seinem Streifen noch die Kurve zu bekommen. Nach der eingebetteten Nebenhandlung in den surrealen Gärten des "King of poison", kehrt der Film zu seiner Haupthandlung um die Rache Hu Feis (Chin Siu Ho) zurück, letztendlich mündet alles in einen Show-Down und Chang Cheh zieht das Tempo hier an. Dies entschädigte den Betrachter doch aus- und eindrücklich.

Der Streifen "Legend of the fox" hat Stärken, die ihn letztendlich zu einem überdurchschnittlich guten Eastern machen. Da sind zum einen die Kulissen, die wieder die ganze Pracht der Möglichkeiten der Shaw Brothers ausschöpfen. Und Chang Cheh nutzt diese Möglichkeiten des Studios geradezu genüsslich aus.
Die surrealen Gärten, ich sprach sie bereits an. Und auch der Show-Down an einer Toten-Stätte unter dem typisch-unnatürlichen Blau des Shaw´schen Kunsthimmels, bietet wieder diese von Shaw-Fans geliebte Optik. Doch bestechen die luxuriösen Sets Shaw´s wieder insgesamt in diesem Eastern.

Eine weitere Stärke des Films sind seine Darsteller. Chang Cheh gibt ihnen, wie bereits erwähnt, Zeit sich zu entfalten. Besonders gefielen mir in dieser Saga aus der Martial World der Hauptdarsteller Chin Siu Ho, sowie die Venoms Lu Feng und Kuo Chui (Philip Kwok).
Chin Siu Ho macht seine Sache ausgezeichnet, wenn auch mitunter etwas verspielt. Doch wird er immer dann ernst, wenn es sein muss, und agiert auch in den Action-Sequenzen überzeugend.
Herausragender sind hier aber noch Lu Feng und Kuo Chui.

Lu Feng gefiel mir insbesondere mimisch. Ruhig-abgeklärt spielt er den besonnenen Vater der Hauptfigur...., als dieser will er schlichten, eigentlich nicht kämpfen. Lu Feng gibt seinem hier dargestellten Character eine gewisse Würde, mir gefiel dies.

Der eigentliche Star des Films ist Kuo Chui. Anfangs für Hu Fei und Hu Yidao ein Feind, macht Kuo hier in seiner Rolle eine bemerkenswerte Entwicklung durch. Es scheint so, als treibe er sein eigenes Spiel, doch nimmt er immer mehr Stellung zu Hu Fei, entwickelt sich immer mehr zu dessem Verbündeten. Das spielt Kuo überzeugend.
Stark ist auch die Action die Kuo Chui zeigt. Er erblindet während des Films, und muss eine Augenbinde tragen. Doch das hindert ihn nicht daran, gegen die Schergen des villains (hinterhältig und gut von Chiang Sheng dargestellt) Tian Guinong zu kämpfen, das sind natürlich beeindruckende Szenen.

Das bringt mich letztendlich zur Action. Ich sprach es an, für einen Film dieser Länge ist sie etwas zu rar. Dafür ist sie erster Güte!
Schwert-Duelle und "1vs.10"-Kämpfe sind hier gut durchmischt, und vor allem das gedehnte Schwert-Duell zwischen Lu Feng und Kuo Chui ist hier ein nuancenreiches, technisch ausgefeiltes Schmankerl für den geneigten Eastern-Fan. Ansonsten sind die Fights, überwiegend swordplay und leider etwas weniger KungFu, rasant und dynamisch arrangiert, ein klares Plus für diesen Film. Wenn es noch mehr davon gegeben hätte, hätte dies dem Streifen gut getan.

Ich sprach die Mankos an, sie verhindern eine noch höhere Bewertung. Doch ist "Legend of the fox" ein ansprechender Eastern in edlem Ambiente, mit ambitionierten Darstellern und gelungener Action.
Dafür gebe ich äußerst knappe aber auch ausgezeichnete 8/10 Punkte.

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