Eine Rakete, die einen hochgefährlichen genetischen Kampfstoff auf dem Mond entsorgen sollte, stürzt ab und zerschellt irgendwo in den Wäldern Georgias. Lieutenant Hollinger und seine Soldaten werden losgeschickt, um den Kanister mit dem Teufelszeug sicherzustellen. Nach getaner Arbeit exekutiert Hollinger auf Anweisung von Frost, dem Initiator des „Bio-Force“-Projekts, seine Männer. Lediglich sein alter Kumpel Trotter kann seiner Hinrichtung entgehen und sich zunächst in die Wälder flüchten. Hollinger, der bei der Bergungs-Aktion mit dem DNS-Material kontaminiert wurde und sich allmählich in ein zotteliges Ungeheuer verwandelt, nimmt prompt die Verfolgung auf und hetzt ihm hinterher. General Devro, der mittlerweile von der ganzen Sauerei Wind bekommen hat, schickt eine weitere Spezial-Einheit los, aber auch die wird problemlos von dem Monster aufgemischt. Zusammen mit der Einsiedlerin Carol-Anne und ihrem kleinen Bruder Jordie, die unfreiwillig auch in das ganze Brimborium verwickelt werden, versucht Trotter das Ungeheuer endgültig unschädlich zu machen, bevor der Notfall-Plan in Kraft tritt und die ganze Gegend dem Erdboden gleichgemacht wird… „Bio-Force – Die Killer-Bestie aus dem Gen-Labor“ (man muss die deutsche Titel-Schmiede einfach lieb haben) ist ein schnörkellos runtergekurbeltes Horror-Filmchen, das sich ganz prima neben David A. Priors andere B-Movies einfügt, die ja seit jeher nichts anderes waren, als hemmungslos zweitklassiges Entertainment. Zwar gibt sich der hiesige Video-Anbieter VPS auf der Cover-Rückseite redliche Mühe, irgendwelche Bezüge zu dem damals gerade aktuellen Wolfgang Petersen-Streifen „Outbreak“ herzustellen, in Wahrheit kann das Ganze allerdings problemlos als Billig-Variante des Schwarzenegger-Vehikels „Predator“ deklariert werden, denn hier wie dort huschen die Soldaten durchs Unterholz und legen sich mit einer (mehr oder weniger) spektakulären Monster-Kreation an. Sich über das etwas merkwürdige Creature-Design lustig zu machen wäre allerdings nicht ganz fair, denn immerhin ist die Maske des Ungeheuers mimisch recht ausdrucksstark, es kann blinzeln, grimmig gucken, die Zähne fletschen und natürlich mächtig sabbern… und damit hat es gegenüber den Viechern aus „Xtro 3“ oder „Grim – In den Katakomben des Grauens“ schon mal meilenweit die Nase (Schnauze?) vorn. Die in der zweiten Hälfte der Laufzeit regelmäßig eingestreuten Auftritte des Stuntmans im Latex-Kostüm, die dann auch zumeist mit recht blutigen Splatter-F/X einhergehen, wenn die Mitglieder der Spezial-Einheit wortwörtlich in ihre Einzelteile zerlegt werden, verpassen dem Film allemal den nötigen Drive, den solche Monster-Movies einfach intus haben müssen. Da vergisst man auch, dass das alles inhaltlich nur dürftig zusammengeschustert wurde und das Niveau der markigen Dialoge doch ein paar Etagen unter dem jener „Predator“-Macho-Sprüche liegt, die man wohl liebend gerne emulieren wollte… und die waren ja nun nicht gerade Shakespeare. Erstaunlicherweise konnten zudem ein paar prominente Darsteller vor die Kamera gezerrt werden, die sich für einen hoffentlich satten Gagencheck an einen Stoff verschwenden, den man auch mit irgendwelchen C-Akteuren ebenso gut über die Bühne hätte bringen können. Solche bekannten Gesichter wie Leo Rossi, Denise Crosby, Powers Boothe und Wilford Brimley nehmen aber immerhin ein wenig den Fokus vom Bruder des Regisseurs, dem mal wieder ganz nonchalant die Hauptrolle zugeschanzt wurde, obwohl es dem guten Ted immer noch an Charisma und Leinwand-Präsenz mangelt. Die krachige Action ist produktionsbedingt eher knapp gehalten, der Großteil des F/X-Budgets ist dann auch in die Tasche des angeheuerten Pyrotechnikers geflossen, der zwei, drei mal kräftig zündeln und ein paar hübsche Explosionen zaubern darf… das war’s dann auch schon. Prior hat die Sache dann aber doch noch ganz gut im Griff und sorgt für ein annehmbares Erscheinungsbild, durch das der Streifen sich allemal gegen die (zumeist deutlich schlampiger zusammengepichelte) Konkurrenz behaupten kann. Nur Originalität sollte man dabei doch bitte nicht erwarten. Aus dem Rahmen fällt dann auch nur das Finale, bei dem die titelgebenden „Killer-Bestie“ sich selbst in die Luft jagt, nachdem ihr alter Kamerad Trotter ihr ins Gewissen geredet und an ihr Ehrgefühl appelliert hat. Das hat dann natürlich auch wieder nicht ganz das Format des Showdowns zwischen Arnie und dem „Predator“. Insgesamt kann man mit „Bio-Force – Die Killer-Bestie aus dem Gen-Labor“ trotzdem zufrieden sein und ihm beim nächsten Bier-und-Bretzel-Abend ruhig mal 'ne Chance geben.
5/10