Es ist noch gar nicht so lange her, da ließ ich mich über Priors "Bio-Force" aus. In die selbe unterirdische Kerbe schlägt auch sein "Lock n Load", David A. Prior (War of the Living Dead, Final Sanction) ist für seine Dutzendware bekannt, die von katastrophal bis durchschnittlich reicht. Weit über zwanzig Filme gehen auf sein Konto als Regiesseur, wobei gerade der von mir rausgesuchte zum absoluten Bodensatz gehört. Wie des öfteren werkelte Prior am Drehbuch fleißig mit, doch man hat nicht nur die Action vergessen, sondern auch eine solide Story.
Der ehemalige Vietnam-Veteran Paul McMillan (Jack Vogel) fragt sich, was mit seiner damaligen Einheit passiert. Denn alle Mitglieder sind in irgendwelche Überfälle verwickelt und nehmen sich schließlich selbst das Leben. Paul will der Sache auf den Grund gehen, doch er kommt zu spät um Ken Hamilton (Kipp Lockwood) zu retten, der sich selbst nach einem Juwelenraub in die Luft sprengt. Mit Hilfe von dessen Frau Claire (Renée Cline) kommt er dem Geheimprojekt "Königsbauer" auf die Spur. Der Geheimdienst verpasste vielen Soldaten eine Gehirnwäsche und irgendjemand nutzt dies nun zu seinen Vorteilen. Auch Paul ist dadurch in Lebensgefahr, denn er hat noch vage Erinnerungen an das Experiment und könnte so selbst zur tickenden Zeitbombe werden.
Vietnam ist immer wieder ein guter Aufhänger, um sich die abstrusesten Geschichten einfallen zu lassen. So bekam hier eine ganze Einheit eine Gehirnwäsche verpasst. Hören sie die Worte "Lade und Schieße" sind sie wie in Trance versetzt und begehen einen Raubüberfall. Jegliche Zeugen werden eliminiert und schließlich richten sich die Diebe selbst. Dabei fehlen uns etliche Hintergrundinformationen über das Projekt und vor allem warum derjenige so lange gewartet hat, bis er die Soldaten aktiviert. Jedenfalls macht das Ganze nicht sonderlich viel her, besonders weil man ziemlich schnell weiß, wer hier die Marionetten tanzen lässt. Paul McMillan ist dabei alles andere als eine Heldenfigur. Nach dem Tod von Ken schmeißt er sich gleich an dessen Frau Claire ran. Die verzieht keine Miene beim Tod ihres Mannes und landet stattdessen mit Paul in der Kiste. Hinzu kommt noch ein schnauzbärtiger Polizist , dem mal wieder die Hände gebunden sind, also müssen Paul und Claire den Fall in Eigenregie lösen. Man stellt also einige Ermittlungen an, Paul versucht seinen immer wiederkehrenden Alptraum zu deuten und weiß bald, dass er selbst damals einer Gehirnwäsche unterzogen wurde.
Doch Prior hat die Chose dermaßen langweilig in Szenen gesetzt, dass man schnell das Interesse verliert. Außer ein paar Erschießungen passiert so gut wie gar nichts, richtige Actionszenen sind komplett Fehlanzeige. Stattdessen beschäftigt man sich umso intensiver mit der Lovestory zwischen Paul und Claire, schließlich darf ein stümperhafter Killer Paul nach dem Leben trachten. Der wartet solange im Schrank, bis Paul auch wirklich alle Informationen aus einem alten Veteranen rausgequetscht hat und versucht ihn erst dann mit einer Klaviersaite zu töten. Der Kampf dauert ein paar Sekunden und nicht mal im Finale will Prior in Punkto Action eine Ausnahme machen. Hier bekommt man es auch nur mit dem Obermacher zu tun, der sich schließlich selbst das Leben nimmt. Auch optisch ist "Lock n Load" keine Offenbarung, man treibt sich stets in kargen und heruntergekommenen Gegenden herum im Hintergrund dudelt ein vergessenswerter Score. Mit Jack Vogel (Tanz der Dämonen, Presumed Guilty) und Renée Cline (Future Zone, Invasion Force) hat man nicht den Hauptgewinn gezogen, überhaupt zielen die Darsteller mehr gen Amateurliga.
Eine durchweg schwache Vorstellung mit unterirdischen Mimen und einer abstrusen Story. Mit Action hätte man immerhin für einen Unterhaltungswert sorgen können, doch so sind bei "Lock n Load" Hopfen und Malz verloren. Knappe neunzig Minuten Langeweile, optisch in keinster Weise ansprechend und einer FSK 18 Freigabe nicht mal im Ansatz würdig.