Mit „Death Machine“ legte Stephen Norrington ein flottes B-Movie hin, das ihm zum einen die Aufmerksamkeit für den Posten als „Blade“-Regisseur verschaffte, ihn zum anderen den Titel ’Ridley Scott des B-Films’ bei einigen Leuten einbrachte.
Vorbilder wie Ridley Scott und andere (Action-)Filmer lassen sich auch am Stil des Films ablesen, gleich die Anfangsszene, in der Polizisten der Zerstörungsschneise eines Amok laufenden Militärroboters folgen, erinnert stilistisch sehr an „Universal Soldier“. Da es auch Tote dabei gibt, gerät der verantwortliche Konzern ins Kreuzfeuer der Presse, was vor allem die neue Managerin Hayden Cale (Ely Pouget) ausbaden muss.
Diese befindet sich in einer desolaten Situation: Ein hohes Tier verstarb unter mysteriösen Umständen, der Amoklauf sowie Gerüchte über weitere menschenverachtende Projekte innerhalb der Anlage. Ebenfalls sehr unangenehm ist ihr der schmierige Konstrukteur Jack Dante (Brad Dourif), der im Stillen an einem geheimen Projekt werkelt. Wie diverse Figuren in „Death Machine“ trägt er den Nachnamen eines Regisseurs aus dem Bereich phantastischer Film bzw. Horror, in diesem Falle von Joe Dante.
Hayden droht Dante mit Einstellung des Projekts, dringen ein paar idealistisch motivierte Terroristen in den Komplex ein, um die Machenschaften zu stoppen. Doch da lässt Dante seine Schöpfung los: Ein monströser Kampfroboter aus Stahl...
Sobald das Biest dann einmal losgelassen, dann geht auch die Luzie ab in „Death Machine“, davor dauert es (angesichts der kurzen Laufzeit) aber etwas lange, ehe etwas passiert. Dabei gibt es bei dem Konzern gar nicht soviel vorzustellen, denn „Death Machine“ bedient doch eher Stereotypen: Die junge Frau in leitender Funktion, der verschrobene Konstrukteur, wenig sympathische Bosse und ein verwinkeltes, düsteres Bauwerk, das von der Aufmachung etwas an „Blade Runner“ erinnert. Sobald die Jagd dann aber eröffnet ist, ist flotte Survivalaction mit Horroreinschlag angesagt.
Da wird dann durch die Gänge gehetzt, geballert und gelegentlich gestorben, damit der Genrefan glücklich wird. Das Ganze ist nicht unbedingt originell, der scheinbar besiegte Kampfroboter muss natürlich mehrmals wieder aufstehen und die Episoden, in denen Dante andauernd seine Bewunderung für Hayden ausspricht, bremsen den Film eher aus. Die Chose geht aber recht zackig vonstatten, vorsehbar, aber doch sehr temporeich.
Mit Action wird etwas sparsam umgegangen, doch die Gefechte Mensch vs. Stahlmonster machen schon was her. Wenn es denn zur Konfrontation kommt, dann wird aus allen Rohren geballert, das Vieh setzt seine Zähne und Klauen, es wird durch die Gänge geflüchtet und Kletterpartien sind gelegentlich auch angesagt. Die Stunts sind nicht übermäßig spektakulär, aber doch ganz schick anzusehen und auch die Inszenierung der Action kann man als gelungen betrachten.
Handwerklich macht Stephen Norrington nämlich einen sehr guten Job und lässt das schmale Budget nach mehr aussehen. In einigen Momenten (z.B. in der Fahrstuhlszene) sieht man zwar, dass es sich nur um Kulissen handelt, doch ansonsten schaut das Konzernset deutlich aufwändiger auf, als es eigentlich ist. Die Effektspezialisten haben den Kampfroboter überzeugend hinbekommen und auch sonst ist Norringtons Regie überzeugend, wenn er z.B. aus der Jagdsicht der Todesmaschine in die Gänge guckt usw.
Darstellerisch ist die Chose auf solidem B-Niveau, wobei Genregröße Brad Dourif mal wieder mit sehr viel Spaß den schmierigen Konstrukteur gibt. Hauptdarstellerin Ely Pouget ist zwar nicht herausragend, aber doch OK, vom Rest der Riege kann man ähnliches behaupten.
So bleibt alles in allem nette Sci-Fi-Action mit viel Atmosphäre, die ihr geringes Budget gut kaschiert. Allerdings könnte „Death Machine“ doch actionreicher sein und nimmt vergleichsweise spät fahrt auf, sodass nur ein recht gutes B-Movie bleibt.