Ob als Darsteller, Make-Up-Artist, oder Zuständiger für die Spezialeffekte, der Brite Stephen Norrington (Blade, The Last Minute) machte sich schnell einen Namen. Seine erste Regiearbeit ließ allerdings eine Weile auf sich warten, wo Norrington auch noch als Produzent fungiert. Gedreht wurde trotz des knappen Budgets an namhaften Orten wie den Pinewood Studios oder direkt in London. Obendrein verbeugt sich Norrington hier vor bekannten Regisseuren wie John Carpenter, Ridley Scott, Joe Dante und Sam Raimi, in dem er den Figuren in "Death Machine" deren Namen gibt, wenn auch teilweise in leicht veränderter Form. Und wer gut aufpasst erkennt die junge Rachel Weisz (Die Mumie, Das Urteil) bei einem ihrer ersten Filmauftritte.
Der Rüstungskonzern Chaank Corporation gerät in den Fokus der Medien, da er illegale Methoden zur Produktion von Waffen anwendet. Aufräumen soll die junge Managerin Hayden Cale (Ely Pouget), doch dabei muss sie nicht die Konzernleitung fürchten, sondern das Genie Jack Dante (Brad Dourif). Der hat in Tresorraum 10 eine böse Überraschung für seine Vorgesetzten, "Warbeast" heißt sein neuestes Projekt eine Maschine aus Stahl, die auf die Angst der Menschen reagiert. Gerade jetzt dringt eine Gruppe von Öko-Terroristen in den Firmenkomplex ein. Dantes Monster liegt bereits auf der Lauer, Hayden und die anderen müssen um ihr Leben fürchten.
Das Projekt mit den menschlichen Supersoldaten hat Norrington schon recht dreist bei "Universal Soldier" abgekupfert und auch die Geschichte mit dem Rüstungskonzern, welcher sich illegaler Methoden bedient ist nicht neu. Allerdings findet auch ein wenig Sozialkritik in den Film und es sind mal wieder die eigenen Errungenschaften, welche dem Menschen hier das Leben schwer machen. So hat sich Norrington von überall etwas zusammengeklaut, bietet aber zumindest mit dem Charakter Jack Dante eine schräge Mischung aus Wahnsinn und Genie. Von seinen genialen Einfällen ist die Chaank Corporation nämlich abhängig, selbst die Konzernleitung hat Dante mittlerweile in der Hand. Hayden Cale soll jetzt den Dreck wegräumen, jedoch gibt es ein Ereignis in ihrer Vergangenheit, welches später noch zum Tragen kommt. Zusätzlich sind da die drei Öko-Terroristen, welche ohne große Probleme in den Gebäudekomplex eindringen. Dieser eignet sich auch gut für eine Menschenjagd, denn die vielen Stockwerke mit ihren verwinkelten Gängen sind der perfekte Ort für "Warbeast" um seinen Opfern aufzulauern. "Death Machine" ist optisch in kaltem blau gehalten, eine gewisse Endzeitstimmung kommt auf, nebst hat man sich bei der Kulisse sehr viel Mühe gegeben.
Jedoch muss man sich eine gute halbe Stunde gedulden, bis "Warbeast" das erste Mal in Aktion tritt. Überhaupt könnten die Konfrontationen häufiger sein. Mit Brutalitäten hält sich Norrington bedeckt, hier bleibt nur die Fahrstuhlszene in Erinnerung, dafür entpuppt sich das stählerne Monster als schier unkaputtbar. Jedem Kugelhagel und Explosionen hält es stand und spürt seine Opfer stets durch sein empfindliches Radar auf. "Warbeast" selbst sieht recht furchteinflößend aus, auch wenn die Größe manchmal variiert. Aber es kommen immerhin kaum Animationen zum Einsatz. So wird die kleine Gruppe um Hayden dezimiert und man muss den armen Weyland sogar kurzzeitig in einen Superdoldaten verwandeln, um der Lage Herr zu werden. Gerade dies wirkt ein wenig lächerlich, aber "Death Machine" nimmt sich allgemein nicht ganz ernst. Fraglich bleibt auch, warum Dante so scharf auf eine Partnerschaft mit Hayden ist und sie dafür ständig verschont.
Brad Dourif (Chucky - Die Mörderpuppe, Mississippi Burning) sind solche irrwitzigen Rollen wie auf den Leib geschneidert und dementsprechend bildet sein Schauspiel auch den Höhepunkt. Ely Pouget (Showdown in L.A., Texas Ranger 2) mimt die weibliche Heldin sehr solide, während die restlichen Darsteller mehr im Durchschnittsbereich zu finden sind.
Schon in seinem Regiedebüt blitzt das Können des Briten auf, welches er in "Blade" perfektionierte. "Death Machine" ist eine düstere Zukunftsversion mit altbekannter Story und mit seinen zwei Stunden Laufzeit manchmal etwas geschwätzig. Aber spannend ist der Kampf Mensch gegen stählernes Monster allemal und für das knappe Budget auch sehr gut gemacht.