Review

Was kann man von einem Horrorfilm erwarten, der eine Länge von fünf Minuten hat? Sebastian Radtke hat mit „Das Grab" bewiesen, dass es zumindest in Sachen Atmosphäre und Spannung keine neunzig Minuten bedarf. Schon das verwendete Filmmaterial lässt den Streifen etwas düster - schmuddelig daherkommen. Der Spannungsaufbau nimmt seinen Lauf, als die Kamera hinter im Wind schwenkende Zweigen, einen Mann ins Visier nimmt, der etwas geheimnisvoll mit einem Spaten durch die Gegend läuft. Nun heißt ja der Film das Grab und allein diese Tatsache sorgt jetzt schon für das Aufkommen einer gewissen Grundspannung, kann man sich doch jetzt schon so ungefähr vorstellen, was der finster drein blickende junge Mann da sucht. Untermalt ist das ganze von einem Sound, der einem schon von selbst eine Gänsehaut bescheren könnte: Die perfekte Soundsymbiose aus Hitschkockfilmen und alten italienischen Kannibalen- Zombiestreifen. Als er dann anfängt zu graben und zwischen Würmern eine verweste Leiche zum Vorschein kommt, wird es richtig eklig. Beherzt beißt, der in seiner Totenruhe Gestörte zu und hinterlässt eine entsetzliche Wunde bei unseren Leichenliebhaber, der, wie wir erst im Abspann erfahren, nekrophil ist. Als der Gebissene sich wieder halbwegs gesammelt hat, ist er nun derjenige, der im Grab liegt und unser aus der Erde Gebuddelter stößt ihn den Spaten ins Gesicht.
Fazit: Besser kann man einen fünfminütigen Zombiefilm nicht machen. Vom Sound bis zur Kamera, bis zu den FX- Effekten war alles perfekt. Die doch schweren Wunden wurden nicht im toll dunklen Kunstblut ersäuft und alles sah sehr eklig realistisch aus. Die Leiche war dann der Glanzpunkt. Zwangsläufig schreckt man zusammen, als sie urplötzlich und mordsschnell unseren Totengräber am Arm packte und zubiss. Optisch machte unserer Zombie viel her und braucht Vergleiche mit Artgenossen aus Lucio Fulcis Zombieschmiede nicht zu fürchten. Da ich auch nicht weiß, was man an einem fünfminütigen Amateur- Zombiefilm hätte besser machen können: 10 von 10 Punkte!

Details
Ähnliche Filme