Hinter der nach außen hin vermeintlich lustigen Erscheinung, die durch den Titel, Regisseur Anthony Chan und Hauptdarsteller Alfred Cheung weithin als Schild getragen wird, verbirgt sich ein trotz lebensfremder Prämisse erstaunlich tieftrauriges (Liebes)Drama, dass gerade in kleinen Szenen, in Blicken und Einzelmomenten die Macht der verwirrenden Gefühle beschwören kann. Zwar sind auch hier gerade zu Beginn immer wieder auch die komödiantischen Aspekte der Erzählung eingestreut und wird auch auf die Absurdität der Erzählung nicht verzichtet, um sich nicht gänzlich bodenständig zu verhalten, bringt das aber nur wenig Schutz vor dem eigentlich schwarzen Drama im Sinn:
Durch einen internen Familienfluch mit dem Schicksal belegt, kurz vor dem 30igsten Geburtstag immer noch eine männliche Jungfrau und dies trotz der Bekanntschaft mit Cindy [ Angile Leung ] und der schon interessierten Vorgesetzen [ Pamela Pak ] auch mit wenig Aussicht auf Veränderung zu sein, kann der Büroangestellte Alfred Chiu Yu-ting [ Alfred Cheung ] sein plötzlich erscheinendes Glück in Form der Zugereisten Ling [ Olivia Cheng ] kaum fassen. Die junge und ausnehmend attraktive Frau erleidet nämlich ein ähnliches Schicksal der Einsamkeit, ist sie doch bei der Mutter Mrs. Li [ Woo Gam ] und dort in Macao im örtlichen Leichenschauhaus als Make-up Artistin für die Verstorbenen angeheuert, was ihr trotz schmucken Daseins jegliche Avancen der Männerwelt verleidet. Die beiden Alleinstehenden scheinen wie sich gesucht und gefunden, weiss Alfred als in Hk Ansässiger doch nichts vom Beruf seiner Flamme und bald Verlobten und scheint auch sein Vater Lawrence Chiu [ Geung Chung-ping ] in der Witwe Li eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Doch die Hochzeitsnacht steht an, das Geheimnis und der Fluch noch zwischen den beiden Angetrauten und hat Alfred bisher weder überhaupt kopuliert noch im besten Freund Xiao Wen [ Manfred Wong ] eine nützliche Hilfe in diesen Dingen.
Trotz des Marketings, die sich allein auf diesen Faktor der Unerfahrenheit und Inaktivität stürzt, ist der Film kein reines Vergnügen, sondern eine humorvolle Geschichte mit Grau- und Zwischentönen und so dunklen Seiten. Das Tragische ist eigentlich nicht die Hauptfigur, die trotz der unfreiwilligen Askese auch kein Kind von Traurigkeit ist und durchaus auch zuvor die Chance zur Erfüllung der sexuellen Lust gehabt hätte. Frauengeschichten gab es auch vorher im Leben, wurden diese aber durch ungünstige Ereignisse wie ein Erdbeben oder plötzlich einsetzende Sonnenfinsternis und so durch das Omen selber und nicht etwa durch mangelnden Erfolg beim anderen Geschlecht verhindert. Der Job ist in Ordnung und wird auch durch die Arbeitgeberin und einen befreundeten Kollegen honoriert, daheim wartet der Vater und eine ausnehmend einladende Wohnung, in dessen Zusammensein man sich durchaus wohlfühlen tut.
Schon schlechter ergeht es bis zum gemeinsamen Kennenlernen, die alles Andere als romantisch gezeichnet, sondern eher übertrieben auf lustig getrimmt ist, der Frau in der Geschichte, die daheim von allen Männern wegen ihres Berufes ignoriert und geschnitten und schlichtweg auf Einsamkeit getrimmt wird. Die weitgehend unbeholfenen Flirtversuche, die sie das erste Mal in ihrem Leben und in die Aufmerksamkeit eines anderen Menschen außer der ihrer ebenso abgestraften Mutter erlebt, haben auch nur wegen der Einzelstellung der Momente überhaupt eine Chance bei ihr; sie nimmt quasi den Einzigen im Bunde, der sie anschaut und mit ihr spricht.
Autor Cheung, der zuvor für die nunmehr auslaufenden Shaw Brothers (Hong Kong) Studios die auch in der Moderne, auch mal mit mehr Humor und selten mehr Emotion angesiedelte Handlungen wie Let's Make Laugh (1983) und später Family Light Affair (1984), Let's Have a Baby (1985), Carry on Doctors and Nurses (1985), Let's Make Laugh II (1985) geschrieben, als Schauspieler mitgewirkt und zuweilen auch gedreht hat, gelingt dabei das Kunststück des Porträts einer einschneidenden Abgeschiedenheit. Trotz der ersten Liebe, der baldigen Hochzeit, des eventuell auch als Andeutung stehenden Dritten Frühlings der beiden Elternteile des Paares, die sich auch blendend miteinander verstehen und das Schicksal als Witwe und Witwer in sich tragen und teilen, steht die Isolation und die Einöde im Vordergrund und die Nichterfüllung der Wünsche im Raum. Die Witze selber, die zumindest zu Anfang und in der Mitte des Geschehens auch befreiendes Lachen erzeugen, natürlich auch gerade um das Thema der Jungfräulichkeit, des Missgeschickes im Umgang mit Frauen und der vermeintlichen Impotenz des Mannes drehen, wirken dabei gleichzeitig zuweilen überraschend in ihrem durchaus präzisen Timung und der Form und stellen sich als haltender Rettungsanker in der Not dar.
Kurze Schimmer des Erleichtern und der Hoffnung, der Aussicht auf eine eigentlich attraktive, verführerische, auch sorgende und um die Kraft der körperlichen und seelischen Affekte wissenden Frau und so die langjährige Bindung zu einem nahestehenden und Halt gebenden Menschen, die durch das Schicksal und des Nicht-Miteinander Redens beider Parteien immer wieder durchbrochen und mit Hoffnung und Sentiment und wieder zurück gefüllt wird.