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"Beware the seal of Koru-ub-set, for he who dares to remove it, will open the gates of hell."

Ein kleiner, harmlos scheinender Diebstahl, und schon nimmt das Unheil seinen Lauf. Aus dem Nachlaß eines verstorbenen Sammlers entwendet ein dreister Gauner (Keye Luke) ein juwelenverziertes Katzenmedaillon aus purem Gold, welches einer in einem Sarkophag stehenden Mumie um den Hals hängt. Als der Nachlaßverwalter (Kent Smith, Cat People) wenig später den mit ägyptischen Antiquitäten vollgestopften Kellerraum betritt, ist die Mumie spurlos verschwunden. Dafür schleicht eine schwarze Katze durchs Zimmer, nähert sich dem ahnungslosen Mann und springt ihm an die Gurgel. Bald kommt es zu weiteren, mysteriösen Katzenattacken, und die Opfer scheinen allesamt irgendwie mit dem gestohlenen Amulett in Verbindung zu stehen. Lieutenant Marco (Stuart Whitman, Guyana: Crime of the Century) geht zusammen mit Archäologie-Professor Edmonds (David Hedison, The Fly) der Sache auf den Grund und landet bei der verschrobenen Antiquitätenhändlerin Hester Black (Gale Sondergaard, The Mark of Zorro) und deren hübscher Verkäuferin Rena Carter (Meredith Baxter, Ben), mit welcher der Professor prompt anbandelt.

In den Siebziger-Jahren entstanden zahlreiche Horrorfilme, die direkt für das amerikanische Fernsehen produziert wurden. Viele davon sind längst der Vergessenheit anheimgefallen, da sie nach der Ausstrahlung in den Archiven der Sender verschwanden und nie in den Genuß einer Video-, geschweige denn DVD-Auswertung kamen. Bei The Cat Creature handelt es sich um eine Produktion des TV-Senders ABC, welche im Dezember 1973 erstmalig ausgestrahlt wurde. Der Film lief auch hierzulande ein paar Mal im Fernsehen. Eine Videoveröffentlichung gibt es meines Wissens nicht. Mit The Cat Creature hat Regisseur Curtis Harrington (Whoever Slew Auntie Roo?) trotz der zahlreichen Limitierungen, die ein TV-Movie so mit sich bringt, etwas sehr Ansehnliches geschaffen. Das ist schönes Gruselgarn, das hier gesponnen wird. Zugegeben, der auf einem Drehbuch von Robert Bloch basierende Film ist ausgesprochen unspektakulär und manchmal auch etwas bieder in Szene gesetzt, aber da sowohl die Geschichte als auch die Figuren recht interessant sind, fällt das nicht sonderlich ins Gewicht. Die Produktionsprobleme merkt man dem Film ebenfalls nicht an. So konnte Harrington - aus Zensurgründen - nicht all seine Vorstellungen umsetzen, und Bloch mußte das Skript einige Male abändern.

Da Harrington sehr subtil vorgeht, entfaltet dieser Mix aus klassischem Mumiengrusel und zurückhaltendem Tierhorror eine ganz eigene Atmosphäre. Obwohl der Film in Farbe ist, fühlt man sich des Öfteren an Schwarzweißklassiker wie z. B. Jacques Tourneurs meisterlichen Cat People erinnert. Wenn da eine Katze als Schattenriß eine Wand entlangschleicht (überhaupt arbeitet der Regisseur viel mit Schattenspielen), sitzend und ach-so-unschuldig mit großen Augen eine Person anstarrt oder im Verborgenen wartet und bedrohlich faucht, kommt doch eine leicht unbehagliche Gänsehautstimmung auf. Da ist es nur konsequent, daß der Film fast völlig blutleer ist, denn das hätte hier einfach fehl am Platze gewirkt. Die zahlreichen Hommagen an Cat People - der Name einer Figur, das Casting von Kent Smith, der nächtliche Spaziergang - sollten den geneigten Fan zusätzlich erfreuen. Die Schauspieler agieren überzeugend, Harrington gelingen eine Handvoll netter Suspense-Szenen, gegen Ende gibt es einen schönen wenn auch nicht wirklich überraschenden Twist, und John Carradine (The Astro-Zombies) schaut auch kurz vorbei. The Cat Creature ist einfach ein schöner, stimmungsvoller Gruselfilm. Wie man es auch dreht und wendet: Als Ausgleich zu den vielen überbordenden Effektspektakeln neueren Datums tut diese altbackene Schauermär richtig gut.

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