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Filme aus Österreich gibt es sicherlich eine ganze Menge. Richtig erfolgreiche, bzw. jene die mehr als nur das eigene Land erobern, gibt es aber nur wenige. Da geht es den Össis nicht anders als uns Deutschen. "El Chicko" ist dabei ebenfalls ein Film, den hierzulande kaum einer kennt. Dabei könnte aber "El Chicko" fast schon kleiner Geheimtipp durchgehen.

"El Chicko" ist eine recht gelungene Krimifarce, die vier unterschiedliche Genres in einander vereint. Neben den Hauptgenres Krimi und Komödie gibt es auch ab und an Szenen mit Horrorinhalten und die Romantik kommt auch nicht zu kurz. Dazu gibt es einen munteren Strauss von schrägen Charakteren und merkwürdigen Vorkommnissen. Alles zusammengemixt in einer ansprechenden Form die einfach Spaß macht.

Dabei spielt Regisseur David Rühm vor allem mit der Spannungsschraube, die er durch seinen genialen Score und den gelungen, wild durcheinander geworfenen Stilmitteln, immer wieder auf einen wohligen Spannungsbogen anzieht, um in der nächsten Szene gleich wieder für einen Lacher zu sorgen. Die Frage "Was ist wirklich passiert?" beantwortet er wirklich erst ganz zum Schluss und lockt seine Zuschauer immer wieder auf falsche Fährten. Wohlig so, wie man es sich wünscht!

Der Humor des Streifens ist dabei wirklich rabenschwarz. An manchen Szenen könnte man fast denken, dass man sich in einer britischen Komödie befindet. Zwar gibt es hier und da schon einige Blindgänger und wirkliche Brüller kann man an einer Hand abzählen, doch für ein dreckiges, schadenfrohes Schmunzeln reicht es allemal!

Des weiteren müssen hier auch die gekonnt gesetzten Schnitte erwähnt werden, die dem ganzen Film einen recht ungewöhnlichen Touch geben. Denn sie kommen immer dann, wenn man es gar nicht erwartet und geben dem Ganzen eine ganz eigene Wirkung.

Trotz allem schafft es der Film leider nicht, seine ganzen 87 Minuten vollauf zu überzeugen. Das liegt zum einen an einigen Längen, die sich vor allem in der Mitte des Streifens arg häufen. Zum anderen sind es aber auch die Darsteller, die so spielen, als seien sie gerade von der Schauspielschule zwecks ungenügend entlassen worden. Hauptdarsteller Fritz Karl ist zwar ganz o.k., aber der Rest scheint maximal das Talent für eine Seifenoper zu haben. Schade!

Fazit: Gelungene, witzige und teilweise auch extrem spannende Krimikomödie aus Österreich, die mit einigen Horror- und Romantik-Versatzstücken extrem gut umzugehen weiss und durch seine nette Story und dem außergewöhnlichen Schnitt wirklich unterhalten kann. Nur einige Längen im mittleren Teil der Geschichte und die grausigen Darsteller (außer Karl) trüben über den sehr positiven Gesamteindruck hinweg.

Insgesamt ein ganz ansprechbares Filmchen aus Österreich, dem etwas mehr Erfolg, auch außerhalb des Heimatlandes, gut getan hätte!

Wertung: 7,5/10

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