Handlung:
London: Kate ist auf dem Weg zu einem Treffen mit George Clooney - hofft sie zumindest. Leider schläft sie ein, während sie auf die letzte U-Bahn wartet. Daher wird sie auf der Station eingeschlossen. Einen Ausweg scheint es nicht zu geben. Und sie ist nicht allein...
Mit "Creep" ist dem Debütanten Christopher Smith ein großer Wurf gelungen. Mit der FSK-16-Freigabe im Hinterkopf sitzt man da und staunt über die düsteren und brutalen Bilder (und Geräusche!), die sich einem hier bieten. Dabei wirkt der Film anfangs noch relativ zurückhaltend, wird jedoch mit fortlaufender Spielzeit immer gnadenloser, so daß man sein Verständnis gegenüber den deutschen Zensurbehörden wieder mal ein Stück mehr verliert.
Auch wenn sich wie bei mir die Begeisterung gegenüber Franka Potente in Grenzen hält, sie kommt hier im großen und ganzen einigermaßen gut herüber. Auch die anderen Schauspieler, vor allem der unter Massen von Silikonmatsche verborgene Sean Harris als "Creep", können überzeugen. Die Schminkprofis können hier gelungene Maske und einige saftige Bluteffekte präsentieren, wenngleich letztere mit Bedacht präsentiert werden. Das tut dem Grauen hier jedoch wirklich keinen Abbruch, da der Film wirklich gemein und böse ist, so daß Gruselschinken wie TCM 2003 einpacken können. Vor allem die "Operation", die auf der DVD als entfallene Szene in voller Länge enthalten ist, ist so grausam geraten, daß man 16jährigen diesen Film nicht wirklich zeigen sollte, vor allem nicht besagte Zusatzszene - da wird es echt unappetitlich. Für mich ist "Creep" ein echter 18er, naja, so was wird wohl immer subjektiv bleiben. Die Würfel der FSK fallen eben, wie sie wollen.
Die Londoner U-Bahn wird in mal düsteren, mal neongrellen Farbtönen als Reich von Obdachlosen und eben auch von mindestens einem Monster dargestellt, in dem ganz eigene Regeln für Leben und Überleben gelten. Hier fällt es als ein wenig unlogisch auf, daß die Obdachlosen und der Nachtwächter zu dem Zeitpunkt der Filmhandlung zum ersten Mal von dem "Creep" etwas mitbekommen, mit dem sie zuvor offenbar schon lange Wand an Wand gelebt haben (ebenso wird nicht klar, weshalb der "Creep" manche Opfer sofort erledigt und manche in gefluteten Käfigen gefangenhält), aber das will man diesem überzeugenden Debütschocker eines vielversprechenden Regietalents nicht vorhalten.
Alles in allem: gnadenloser Verfolgungshorror in düsterer Atmosphäre.