I'm a creep, I'm a weirdo.
What the hell am I doing here?
I don't belong here...
Ja, "Creep", der angeblich echt gelungene Grusel-Spaß mit Franka Potente (zwei Komponenten, die meiner Meinung nach so gut zusammen passen wie Death Metal und Mutter Beimer...) ist da! Juchu!
Die Story:
Auf ihrem Weg zu einem Date mit George Clooney pennt Kate beim Warten auf die letzte Bahn ein. Als sie aufwacht ist sie allein, der U-Bahnhof ist menschenleer, die Ausgänge sind vergittert.
Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie doch nicht ganz alleine ist, denn in dem unterirdischen Tunnelsystem treibt ein mysteriöser Killer sein Unwesen...
Und der Killer ist ... George Clooney! Wer hätte das gedacht!? Yeah...
Ne, Spaß, Georgie-Boy kommt hier überhaupt nicht vor...
Die Identität des Killers bleibt erst schön lange im Dunkeln und wird dann auch nur ansatzweise geklärt.
Den ganzen Film lang zaudert man, ob der Mörder nun übermenschliche Fähigkeiten hat oder nicht, und selbst in dem Moment, in dem man ihn als Zuschauer zu Gesicht bekommt, ist man nicht wirklich schlauer.
Seine Erscheinung ist heruntergekommen und schmutzig, ein gewaltiges Rattenheer dient ihm als Vorhut und er sieht dem "Gollum" aus HdR zum verwechseln ähnlich... ein waschechter "Creep" bzw. Freak eben...
... so, mehr verrat' ich nicht. Ein bisschen Spannung muss schon sein...
Ah, apropo "Spannung"... Ich ging eigentlich mit der Erwartung in den Film, eine absolute Gurke präsentiert zu bekommen (deutsche Schnarchnasen-Grusler á la "Anatomie" hatten in mir gewisse Vorurteile entfacht...), und die mäßigen Darsteller, das Schickimicki-Tussi-Gehabe von Franka Potente und der platte, brutalst klischee-hafte Auftakt gaben mir anfangs auch Recht.
Nach und nach entwickelte sich CREEP aber zu einem soliden, echt gelungenen Katz- und Mausspiel mit ein paar leicht blutigen Morden und einer dezenten Portion Thrill.
"Hört sich aber nicht gerade berauschend an," werdet ihr jetzt denken.
Und ihr habt recht: Von der Story her ist CREEP nix besonderes, nur mäßig kreativ und stellenweise sogar ziemlich doof.
Aber genau so muss ein Slasher sein...
... Oh, hab' ich CREEP gerade tatsächlich einen "Slasher" genannt??? ...
Ja, hab' ich und das auch aus gutem Grunde, denn CREEP weist sehr viele slasher-typische Kriterien auf:
- die Hauptdarsteller irren die ganze Zeit planlos in dem ausgeklügelten Labyrinth des Killers umher
- der Bodycount nimmt hier zwar keine überdimensionalen Formen an, meist wird aber auf blutige und mittels besonders raffinierter Tötungsart gemeuchelt
- der Killer scheint bereits überwältigt, kommt aber just in dem Moment wieder zu Bewusstsein, in welchem die Gejagten versuchen an ihm vorbei zu schleichen...
- der Killer ist ein Freak
(...)
Ihr seht, wir haben's hier tatsächlich mit einem gelungenen deutschen Slasher zu tun. Alle Achtung!
Übermäßig fesselnde Spannung, ultra-brutale Morde und markerschütternde "Ringu"-Schockeffekte laufen einem hier zwar nicht über den Weg, insgesamt unterhält CREEP aber doch sehr angemessen, zumal die düstere, schmierige U-Bahn-Tunnel-Kanalisation-Atmosphäre auf wirklich vortreffliche Weise in ihren Bann schlägt.
Noch ein kleiner Tipp: Auf der Dvd ist unter den Extras eine "entfernte OP-Szene" zu bestaunen und, wow, die kommt echt ohne Flacks an den Härtegrad eines Herschell Gordon Lewis ran...
Mein Fazit daher:
Dreckiger, stimmiger und oft auf unterhaltsame Weise doofer Katz-und-Maus-Slasher mit leichten TCM-Sicko-Anleihen.
Seit "Lola rennt" kann ich die Potente zwar irgendwie nicht mehr leiden und in "Blow" oder "Die Bourne Identität" fand ich sie mehr als fehlbesetzt, hier kann man sich aber durchaus mit ihr anfreunden.
"I'm a creep, I'm a weirdo." - Nein nein, bist ein ganz ein lieber Film, gell. Brav...