Lola hetzt diesmal durch den Londoner Underground auf der Flucht vor einem - man kann es so sagen: "einheimischen" Killer...
Das ist schon putzig, wenn die Filmstiftung NRW nicht verschämt im Abspann aufgeführt wird, sondern bereits zu Filmbeginn mit fetten Lettern einen nicht gerade kulturell bereichernden Horror-Film einleitet. Was an diesem 08/15-Horror allerdings förderungswürdig ist, bleibt wohl ewig ein Geheimnis des Gremiums...
Allerdings ist der Streifen dadurch entsprechend hoch budgetiert und das sieht man ihm durchaus an! Vor und hinter der Kamera sind versierte Profis am Werk, die "Creep" alleine schon optisch von dem Direct-to-DVD-Gedöns, mit dem monatlich die Videotheken nachgetankt werden, abhebt und damit einen durchaus schmucken Eindruck hinterlässt!
Trotzdem kommt der Film nicht über das Niveau einer uninspirierten Auftrags-Arbeit hinaus. Die Regie geht in vielerlei Hinsicht stoisch auf Nummer sicher, was im Endefekt in einer spannungsarmen typischen Killer-jagt-Mädchen-Nummernrevue mündet. Hinzu kommt eine ordentlich spielende Franka Potente, die aber aufgrund ihrer unsympathischen Filmfigur keinerlei Identifikation bietet.
Zugestehen muss man eine eher distanzierte und routinierte Inszenierung, die mehr auf Atmosphäre, als auf reinen Ekel baut und "Creep" damit - wenn er mal für wenige Sekunden auf Hochtouren läuft - durchaus auf "argentoeske" Höhen wuchtet! Auch wenn's zum Finale recht splatterig wird, bleibt eine erweiterte blutrünstige "Krankenhaus"-Sequenz intelligenterweise den DVD-Extras vorbehalten, was dem Film insgesamt nur zuträglich ist und auch in dieser Beziehung weit vor dem üblichen Ittenbach- und Konsorten-Knös etabliert.
Trotzdem: im "Haute Tension"-Zeitalter bleibt dieser Monster-Killer-Flick etwas schwachbrüstig. Für die einen isser "schön oldschoolig", für die anderen wohl eher "altbacken" - der Genre-Fan möge selbst entscheiden...