„Creep“, das Erstlingswerk von Regisseur Christopher Smith, ist ein doch recht blutiger und einfach ekliger Beitrag zum Horror-Thriller – Genre. Angesichts dessen, dass es sich um seinen ersten Film als Regisseur handelt, ist er allemal als gelungen zu bezeichnen.
Der Film entstand auf den stillgelegten Bahnhöfen der Londoner U-Bahn. Dies trägt, zumindest zu Beginn zu einer doch sehr gute Atmosphäre bei. Diese erblasst meiner Meinung jedoch im weiteren Verlauf etwas, da der Film in allen Belangen durch ziemliche Verwirrung und paar kleineren Lücken in der Handlung stark abdriftet. Im großen und ganzen aber in Ordnung. Ebenfalls als sehr gelungen kann man die Make – Up – Effekte bezeichne – sie geben keinen Grund zur Kritik. Ich kann jedoch, bei allem Respekt für die geleistete Arbeit, in keinster Weise verstehen dass dieser Film mit einer FSK 16 durchgeht. Er ist meines Erachtens für einen Film dieser Altersfreigabe zu blutig und einfach Ekelerregend. Also etwas zartbesaitete, welche sich auf einen „normalen“ Horrorthriller freuen, könnten hier unter Umständen große Augen bekommen. Wer jedoch darauf steht, wie z.B. meine Wenigkeit, könnte seine wahre Freude daran haben und dem Urteil der FSK gleichgültig gegenüberstehen.
Inhaltlich und Storytechnisch gibt es nicht allzu viel zu bemängeln, da „Creep“ genau dies so gut wie eigentlich gar nicht besitzt. Aufgrund seiner kurzen Laufzeit bleibt natürlich keinerlei Zeit um dabei in irgend einer Weise ins Detail gehen zu können. Der Großteil der Hintergründe bleibt unerforscht. Warum lebt dieser Creep dort unten? Wieso das ganze überhaupt (lässt sich nur Schlussfolgern)? usw... Spielt aber im Endeffekt keine Rolle, da dies hierbei sowieso nur zweitrangig ist. Was aber wirklich ins Gewicht fällt, sind doch eindeutige Logiklöcher in der Handlung.
Wirklich ein klein wenig enttäuscht war ich von den Darstellern, welche, was in erster Linie Frank Potente betrifft, doch ein wenig unter ihren Möglichkeit bleiben. In „Anatomie“ oder „Lola rennt“ konnte sie mich z.B. wesentlich mehr überzeugen. In Ihrer Rolle wirkt sie allgemein zu hysterisch und auch irgendwie nicht glaubhaft. Auch der Männliche Part der Hauptrolle, Vas Blackwood, konnte mich zu keinem Zeitpunkt überzeugen. Den Großteil des Filmes verbringt er damit, den Angsthasen zu verkörpern und wenn er dann einmal wirklich tut was er will, war dies auch sogleich seine letzte Tag.
Alles in allem ist „Creep“ sicherlich nicht so schlecht wie er oftmals gehandelt wurde. Er ist schön blutig, besitzt eine gute Atmosphäre und ein klein wenig Spannung ist auch vorhanden. Leider sind die Darsteller lediglich Durchschnitt und nach Sinn und Logik sollte man gar nicht erst suchen. Nicht schlechter, in der Masse gut aufgehobener Horror – Thriller mit einer für diese Altersfreigabe sehr guten Slasher – Einlagen.