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Franka Potente spielt eine junge Frau, die, nachdem sie in der U-Bahn eingeschlafen ist, in dieser eingeschlossen wurde. Doch außer ihr und ein paar Obdachlosen befindet sich ein Killer in der U-Bahn, der Menschen jagt, verschleppt, foltert und tötet.

Da diverse Slasher-Reihen wie "Halloween", "Freitag der 13." und "Nightmare on Elm Street" in Amerika größere Erfolge feiern durften, versuchten sich auch deutsche Filmemacher an dieser Sparte des Horror-Genres und mit "Anatomie" erreichte man damit sogar einen beträchtlichen Erfolg und so folgt nun auch "Creep" und zeigt, dass die deutschen und britischen Filmemacher in diesem Fall durchaus mit den amerikanischen mithalten können. Regisseur Christopher Smith, der mit "Severance" auch nach "Creep" seinem Genre treu blieb, leistet bei den Splatter-Szenen ganz gute Arbeit und kann auch hier mit amerikanischen Slasher-Produktionen mithalten. Er serviert sein Werk ohne jegliche Eigenironie, dafür kann er aber mit den Bildern der leeren und dunklen U-Bahn und einigen gezielten Musik- und Toneffekten eine gespannte Atmosphäre aufbauen und bis zum Ende hin halten. Wirklich jeder hat in der U-Bahn schon einmal irgendeinen wunderlichen Freak gesehen, aber bei dem entstellten Killer in "Creep" wurde vielleicht ein bisschen übertrieben, womit der Film sein letztes Fünkchen Glaubwürdigkeit verliert. Der Spannungsbogen ist ganz ordentlich und mit einem schnellen Schnitt und ein paar solide Splatter-Szenen gelingt das Finale durchaus ordentlich und damit ist "Creep" ein rundum solider Slasher, der von Anfang bis Ende gute, wenn auch extrem kurzweilige Unterhaltung bietet.

Die Story ist überaus blass, die Charakterkonstruktion ist ein Witz und auch ansonsten könnte das Ganze kaum flacher sein. Die Handlung hat kaum Komplexität und nur wenige gelungene Wendungen und ist darüber hinaus überaus vorhersehbar, da es eindeutig an Innovation und an Einfällen mangelt und man einfach die Stereotypen amerikanischer Slasher neu aufgewärmt hat. Immerhin entpuppt sich die Idee mit der leeren U-Bahn als überaus spannend und gelungen. Aber während amerikanische Slasher-Filme durch charismatische und unheimliche Killer beeindrucken und wenigstens im Ansatz Motive für ihre Taten liefern, wird hier einfach vorausgesetzt, dass er aus irgendwelchen Gründen mordet.

Franka Potente ist momentan sicherlich das beste deutsche Exportgut und hat sich weltweit mit Rollen in "Die Bourne-Verschwörung" und "Blow" einen Namen machen können und auch in "Creep" kann sie überzeugen. Wie viele bekannte Scream-Queens in anderen Horror-Produktionen überzeugt sie durch ihr ängstliches und verzweifeltes Spiel und leistet unter Anderem in den Verfolgungsszenen sehr gute Arbeit und trägt damit erheblich zu dem hohen Spannungsbogen des Films bei und muss sich nicht hinter bekannten Vorbildern wie Jamie Lee Curtis in "Halloween" oder Neve Campbell in "Scream" verstecken.

Fazit:
Durch die starke Leistung von Franka Potente und die schnelle, atmosphärische Inszenierung ist "Creep" ein unterhaltsamer und kurzweiliger Horror-Film, bei dem lediglich die schwache Story nervt.

63%

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