Review

Wie viele von diesen hirntoten völlig ideenlosen Meeresräuberstreifen gibt es eigentlich. Sicher viel zu viele, oder es ist nur ein einziger, der ständig unter neuem Titel quer durch die Privatsenderlandschaft wiederholt wird. Als Zuschauer würde man das gar nicht bemerken, so ähnlich sind sich diese Machwerke, so austauschbar ihre Figuren, so mies ihre Effekte. Es ist schon eine bemerkenswerte Leistung seitens der Filmemacher, wenn man sich eine Stunde nach dem zweifelhaften Filmgenuss weder an die Namen der Figuren noch an spezielle Szenen erinnern kann.

Na gut, was macht den Film denn nun so schlecht. Okay ich zähl mal auf was alles drin vorkommt. Also, da wäre einmal der markige Held, seines Zeichens Hai Experte im lokalen Freizeitpark (nein, nicht Thomas Jane), dazu die langbeinige Blonde, die weniger Schauspieltalent besitzt als Verona Feldbusch in einem ihrer Werbespots. Der böse Chef, der den Bodycount störrisch ignoriert und der lokalen Bürgermeister, der natürlich ums Image seines Herrschaftsgebietes besorgt ist. Ich glaub jeder kann sich die Story nun denken. Ja ihr habt es erfasst. Hai frühstückt Taucher, Held sieht die Gefahr, keiner glaubt ihm, Hai frühstückt weiter, Bürgermeister strauchelt, Held knattert die geile Blonde und fährt dann aus um, na was wohl, das fiese Getier in die Luft zu sprengen. Prozentualer Eigenkreativitätsanteil: 0%.

Gut geklaut, ist immer noch besser als schlecht selber gemacht, mag der ein oder andere gutgläubige Mensch jetzt vielleicht denken. Scheiße geklaut und dann auch noch so umgesetzt, dass es an Peinlichkeit nicht mehr zu unterbieten ist trifft es hier aber viel besser. Ich würde mich schämen wenn ich bei diesem Film in den Credits genannt werden würde. Spezialeffekte, beeindrucken lediglich durch ihre Simplizität, geniale Gummihaie verschlingen Spielzeugboote. Lustige CGI-Fische ziehen ihre Kreise und bekommen Bestnoten fürs Synchronschwimmen. Darsteller, optisch vielleicht ganz ansprechend, aber dumm wie Brot werden die beiden Hauptakteure lediglich beim feuchten Techtelmechtel warm, ich hätte sie vorher schon der Pornobranche zugeordnet, so mies und hölzern wie sie spielen. Spannungsbogen, ähhm nicht existent. Kamera, vielleicht über Wasser gar nicht mal schlecht, aber unter Wasser und vor allem bei den undefinierbaren Hai-Attacken einfallslos und viel zu hektisch. Musik, hat man vermutlich direkt in den Tierfilmausschnitten drin gelassen, die man hier als Archivmaterial von echten Haien reingemurkst hat. Plausibilität, ich glaube nicht das die Macher dieses Wort überhaupt aussprechen können, zum Finale, hat der Kumpel vom Held locker mal ne Tonne Unterwassersprengstoff, Jaque Custeao’s altes U-Boot und eine 9mm mit Unterwassermodifikation besorgt, vermutlich bei E-Bay ersteigert. Muss ich mehr sagen? Ich denke das reicht. Wirklich unterirdischster Mist, sollte von niemandem im nüchternen Zustand oder besser und sicherer noch im lebendigen Zustand geschaut werden.

Fazit: Es gibt nur 3 Hai-Filme, welche auf diesem Planeten eine Daseinsberechtigung haben. Erstens ist das natürlich Spielbergs Original Jaws, zweitens der für das Popcornpublikum konzipierte effektgeladene Deep Blue Sea und natürlich RTL’s Meisterwerk Hai-Arlarm auf Mallorca, der als grottiges Trashspektakel einen unbestreitbaren Unterhaltungswert besitzt. All die anderen Hundertschaften billiger Hai-Mensch Konfrontationen, von denen Shark Attack II ein besonders mieser Vertreter ist, braucht kein Mensch. Lieber 90 Minuten den eigenen Goldfisch im Glas beobachten als diesen Bullshit. So ein Murks, man man man…

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