„Shark Attack“ war schon kein Brüller, aber mit der Fortsetzung haben die üblichen Nu Image Verdächtigen Lerner, Dimbort und Short direkt noch ein bis zwei Etagen tiefer gegriffen.
In der Auftaktszene gehen Samantha Peterson (Nikita Ager) und ihre Schwester tauchen und es weiß eh jeder, was jetzt kommt: Haiangriff, Schwesterchen wird verfrühstückt, Samantha kommt mit dem Leben davon. Aber das ist nicht nur unoriginell, nein, es wird auch noch total schlecht gedreht: Es wird gewackelt, als ob der Kameramann Parkinson hätte, nur um die miesen Tricks beim Haiangriff zu vertuschen und die Logik säuft direkt ab: Samantha sticht wie bekloppt auf den Hai, doch der lässt nicht von Schwesterlein ab, obwohl ihn das ein Auge kostet.
Doch es wird noch blöder: Der Hai wird eingefangen und in einem Aquarium namens Water World ausgestellt. Der böse, böse Besitzer will das Vieh natürlich zur Hauptbesuchszeit füttern lassen, obwohl Hai-Spezi Dr. Nick Harris (Thorsten Kaye) davor warnt. Der Knilch am Beckenrand verheddert sich mit dem Fuß aber in der Leine an der das Futterfleisch hängt (warum man die daran macht, weiß auch keine Sau) und wird natürlich direkt vor den Augen aller Besucher (kleine Kinder inklusive) verknurpst (aua). Danach schwimmt das Vieh direkt aus seinem Gehege raus (wie geht das?) in einem Kanal, der natürlich auch direkt mit dem schlecht gesicherten Seetor verbunden ist (arrrggghhhhh). Das wird durchbrochen und die Szene muss man sich wie in „Deep Blue Sea“ vorstellen, nur dass hier ein Plastikhai langsamer als ein AOK-Chopper dagegen kracht (Materialschonung oder was?). Der Hai kann nicht aufgehalten werden, weil im ganzen Bereich keine Tranquilizer mehr da sind (Gnade, bitte), und entkommt.
Nick wird natürlich direkt die Schuld in die Schuhe geschoben, doch auch gefeuert macht er sich auf die Suche nach dem Mörderhai (hatte ich schon erwähnt, dass das Vieh natürlich übergroß ist) – zusammen mit Samantha, die ihn von Anfang an gewarnt hatte…
An sich weiß David Worth ja, wie man B-Filme dreht, aber „Shark Attack 2“ ist einfach nur langweilig und unoriginell. Anfangs erwartet man ja noch eine Kopie von „Der weiße Hai 3“, aber nach dem Ausbruch kommt es noch besser: Es werden samt und sonders alle Haifilme beklaut, denn irgendwie kennt man jedes Element: Da sind die sympathischen Nebenfiguren, die für den schmerzlichen Verlust durch Gefressen-werden sorgen müssen, die fiesen Vollspasten, die entweder verfrühstückt, mit gesellschaftlicher Ächtung gestraft oder geläutert werden, der obligatorische Surfwettbewerb (maue Sicherheitsmaßnahmen inklusive). Vorhersehbar von vorne bis hinten, selbst in den Subplots: Nick und Samantha werden natürlich ein Paar, es darf auch kurz gepimpert werden, aber auch dadurch wird der Film nicht interessanter.
Auch Unterwasser ist meist spannungsfreie Zone, denn die meisten Haiangriffe sind stümperhaft inszeniert. Denn sieht man echte Haie, dann ist das zum großen Teil Archivmaterial, das mehr oder weniger geschickt eingebaut wurde. Reicht das nicht, dann müssen entweder grottige CGI-Biester her oder ein Haimodell der Marke McPlastikbomber, das scheinbar null bewegliche Teile hat. Immerhin sehen ein paar Tauchszenen ganz nett aus; scheinbar der einzige Part, für den man Geld verwendete.
Über die Darsteller muss man nicht viel sagen; eigentlich nur, dass sie selbst von dem Plastikhai an die Wand gespielt werden. Höhepunkt der Peinlichkeit sicherlich die Szene, in der Thorsten Kaye am Strand lang rennt, um in Zeitlupe zum Mikro zu rennen, sodass man seine Null-Mimik auch ja beachtet und nicht drüber hinwegsehen kann.
Kurzum: Auch „Shark Attack 2“ ist genauso mies wie die restliche Nu Image Tierhorrormurks der letzten Jahre, in dem man alles losließ, was kreuchte und fleuchte. Außer ein paar netten Tauchszenen ist hier nichts ansehnlich.