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Nach ihrer Ausbildung zur Kriminologin kehrt Lisa Monroe von Detroit in ihr kleines Heimatnest Milford zurück, um dort als Polizistin zu arbeiten... zur gleichen Zeit, als Jake Mitchell, der Mörder ihrer Jugendfreundin Jenny Rand, nach fünfzehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird. Bereits kurz nach ihrer Ankunft verstirbt Lisas Großmutter Louise an einem Insulin-Schock und der ehemalige Kaufhaus-Wachmann Vinnie DiCampo baumelt nach einem Jagd-Ausflug erhängt von einer Brücke. Beide hatten im Prozess gegen Mitchell als Zeugen ausgesagt und nun scheint es so, als würde dieser sich an all denjenigen rächen wollen, die ihn damals in den Knast gebracht haben. Auf der Liste der potenziellen nächsten Opfer steht neben dem Polizisten Stuart Kling nun auch noch Lisa selbst... doch steckt Jake Mitchell wirklich auch hinter den aktuellen Morden, oder will ihm jemand etwas anhängen...? Der etwas hakelige Beginn mit den dezent verwirrenden Szenen-Folgen, die da irgendwie nicht wirklich gut zusammenpassen wollen (wofür im weiteren Verlauf der Handlung allerdings noch ein dramaturgischer Grund nachgeliefert wird) sowie einem Zeitsprung von fünfzehn Jahren nach ungefähr fünf Minuten, bei dem die Darsteller um keinen Tag altern (was unentschuldbar ist!) lassen einen direkt mal nichts Gutes erwarten, doch die schlimmste aller Mary Higgins Clark-Adaptionen für das kanadische Fernsehen ist "Die Wahrheit über Jenny Rand" tatsächlich nicht geworden, denn was da im Anschluss noch kommt, ist eigentlich recht durchschnittliches Thriller-Getue auf mittlerem TV-Niveau. Jeff Beesley, dessen Karriere-Höhepunkt wohl die 2009er-Stephen King-Adaption "Dolan's Cadallic" ist und der seitdem Fernsehfilme im Akkord runterkurbelt, inszeniert die Chose versiert genug, um das Tempo durchgängig hoch zu halten und so dafür zu sorgen, dass sich zumindest keine allzu große Langeweile breit macht. "Body Snatchers"-Babe Gabrielle Anwar macht als ermittelnde Polizistin auf Mörderjagd eine recht ordentliche Figur und die verschneiten kanadischen Drehorte verhelfen der Angelegenheit im Vergleich zu den üblichen kalifornischen Locations durchaus zu einer recht frostigen Atmosphäre. So wirklich gegen "Die Wahrheit über Jenny Rand" arbeitet da eigentlich nur die Banalität des Stoffes an sich, die da auf dem Mist der Clark'schen Kurzgeschichte gewachsen ist, welche hier als Vorlage gedient hat und die auch von den Drehbuchautoren nicht ausgebügelt wurde... und eben der Umstand, dass eigentlich kein TV-Filmchen so wirklich einem Vergleich mit einem Kino-Vorbild aus der Serienkiller-Sparte standhält, nicht wahr? Die Spannung köchelt ergo auf Sparflamme, das Finale ist luschig und die - überraschend gedachte - Auflösung vorhersehbar. Fazit: Reicht gerade so, um sich harmlos berieseln zu lassen...

4/10

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